Schausteller hoffen auf Weihnachtsmärkte – Städte planen schon

  • Volksfeste dürfen vielerorts noch nicht gefeiert werden.
  • Viele hoffen nun auf die Weihnachtsmärkte.
  • Für die Schausteller geht es um die Existenz.
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Bayern. In mehreren bayerischen Städten wird schon rege an der Durchführung von Weihnachtsmärkten geplant. Etwa München, Augsburg und Nürnberg arbeiten bereits an Konzepten für Märkte unter Pandemiebedingungen. Ob und wie sie in rund vier Monaten im Advent stattfinden können, kann heute freilich noch niemand sagen. Für viele Schaustellerbetriebe könnten sie der letzte Strohhalm sein.

„Der Weihnachtsmarkt hat sich immer mehr als wichtigster Baustein in der Saison eines Schaustellers herauskristallisiert“, sagte Lorenz Kalb, Vorsitzender des Süddeutschen Schaustellerverbandes. Sie seien von Ostern bis um die Weihnachtszeit unterwegs und würden da von früh bis spät arbeiten. Danach sei Winterpause. „Wir müssen wie Hamster die Backen füllen, um Januar, Februar und März zu überstehen.“

Nürnberger Christkindlesmarkt soll unbedingt stattfinden

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Und ausgerechnet in der Zeit begann 2020 die Corona-Pandemie. „Wir sind ja genau von der Winterpause kommend in die Krise gestürzt“, sagte Kalb. „Wir sind quasi seit zwei Jahren aus dem Spiel genommen.“ Manche hätten ihr Geschäft schon aufgeben müssen und es sei unklar, wie viele Betriebe es durch die Krise schaffen würden. „Ich weiß nicht, wer noch da ist, wenn es normal weitergeht“, sagte Kalb.

In mehreren Städten im Freistaat gibt es positive Signale für die Budenbesitzer, Mandelverkäufer und Karussellbetreiber. Beim berühmten Nürnberger Christkindlesmarkt setzt die Stadt eigenen Angaben zufolge alles daran, ihn 2021 durchzuführen. Um Gedränge zu vermeiden, soll er auf mehrere Plätze in der Altstadt verteilt werden. Auch der Markt auf dem Münchner Marienplatz wird laut Stadt geplant, auch hier soll das Marktgebiet vergrößert werden.

“Was laut Infektionsschutz möglich ist, wird möglich gemacht.”

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In Augsburg wird laut dem Wirtschaftsreferenten Wolfgang Hübschle an zwei möglichen Varianten mit unterschiedlich weitreichenden Einschränkungen gearbeitet. „Voraussichtlich werden wir die restriktivere Variante umsetzen“, sagte er. So soll auf ein Rahmenprogramm verzichtet werden, die Abstände zwischen Marktstände-Reihen vergrößert, Stände in der Stadt verteilt werden.

In Passau kann man laut Stadt auf ein reduziertes Konzept für den Markt zurückgreifen, das bereits fürs vergangene Jahr entwickelt worden war. Es sei aber noch nicht der richtige Zeitpunkt, zu entscheiden, ob er stattfinden könne. Auch in Regensburg ist man mit einer solchen Prognose zurückhaltend. Die Stadt habe die Ausschreibung für Marktbeschicker bereits veröffentlicht, hieß es. Es gelte: „Was laut Infektionsschutz möglich ist, wird möglich gemacht.“

Schaustellerverband fordert, dass Weihnachmärkte stattfinden können

Letztendlich liegt die Entscheidung, ob und wie Märkte stattfinden können, bei der Staatsregierung. Die aktuelle Infektionsschutzmaßnahmenverordnung gelte bis 25. August, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Künftige Änderungen seien letztlich eine politische Entscheidung auf Basis einer Gesamtabwägung des Corona-Geschehens. „Aus diesem Grund können wir hierzu zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussage treffen.“ Nach den derzeit geltenden Regeln sind Märkte ohne „Volksfestcharakter“ zulässig. Ersatzveranstaltungen sind unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Ihn habe geärgert, dass Schausteller mit in die Kategorie „Sauffeste“ gesteckt worden seien, sagte Kalb. „Dass wir jetzt als verzichtbar gelten und mit Ischgl verglichen wurden, das hat uns hart getroffen. Da wünschen wir uns einfach eine Differenzierung.“ Die Forderungen des Schaustellerverbandes: Volksfeste, Weihnachtsmärkte und Veranstaltungen im Herbst müssten stattfinden können.

RND/dpa

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