Schauspieler hacken Zwiebeln auf Christusbild - Strafe in Rumänien

  • Eine Theatervorstellung in Rumänien sorgt für Aufregung.
  • Darin zerschneiden spärlich als Nonnen verkleidete Darsteller Speck und Zwiebeln auf einem Christusbild.
  • Deshalb wurde ihnen nun ein Bußgeld auferlegt - doch der Veranstalter wehrt sich dagegen.
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Bukarest. Eine Theatervorstellung, in der spärlich als Nonnen verkleidete Darsteller Speck und Zwiebeln auf einem Christusbild zerschneiden, ist in Rumänien mit Bußgeld geahndet worden. Der Nationale Rat zur Bekämpfung von Diskriminierung (CNCD) in Bukarest verhängte die Strafe an den Verein Pride Romania, der sich für die Rechte Homosexueller einsetzt und die Aufführung veranstaltet hatte, wie rumänische Medien am Freitag berichteten.

Der CNCD gab an, dass die Strafe aufgrund einer Anzeige von Bürgern erfolgte, die die Aufführung gar nicht gesehen hatten. Sie hätten sich aber "aufgrund von Berichten (über das Stück) und von Werbeplakaten dazu diskriminiert gefühlt", schrieb die Behörde. "Wir müssen doch eine rationale Diskussion über die Grenzen der schöpferischen Freiheit führen."

Pride Romania will Bußgeldbescheid vor Gericht anfechten

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Es gebe hierzu vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg anerkannte ähnliche Fälle, wie etwa in Italien die Benutzung eines Kruzifix in ähnlichem Kontext, schrieb CNCD weiter. Im Übrigen habe CNCD stets auch homophobe Botschaften bestraft.

Pride Romania will den Bußgeldbescheid in Höhe von 2000 Lei (in etwa 425 Euro) vor Gericht anfechten. Man habe durch die kritisierte Szene in dem Stück "Eu sunt. Si?" ("Ich bin. Na und?") von Traian Boldea niemanden diskriminiert, niemanden an der Ausübung seiner Religion gehindert und keine Religion der anderen vorgezogen, schrieb der Verein.

RND/dpa

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