• Startseite
  • Panorama
  • Säugling totgefahren: 27-jähriger Autofahrer erhält Bewährungsstrafe

Säugling totgefahren: 27-jähriger Autofahrer erhält Bewährungsstrafe

  • Vor zwei Jahren ereignet sich im Landkreis Göttingen ein tragisches Unglück:
  • Ein betrunkener Autofahrer fährt einen sechs Wochen alten Säugling und einen Hund tot.
  • Nun wurde der Fall in zweiter Instanz vor Gericht verhandelt.
Anzeige
Anzeige

Im Juli 2019 übersieht ein betrunkener Autofahrer im Landkreis Göttingen (Niedersachsen) eine Frau, die am Straßenrand mit einem Kinderwagen und einem Hund spazieren geht. Es kommt zu einem Unfall – das sechs Wochen alte Baby und der Hund sterben. Nun hat sich der 27-jährige Autofahrer zum zweiten Mal vor Gericht verantworten müssen. Wie das „Göttinger Tageblatt“ (GT) am Montag berichtet, hatte das Landgericht Göttingen den Autofahrer in erster Instanz wegen fahrlässiger Tötung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Gegen dieses Urteil hatte die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt, sodass der Fall nun in zweiter Instanz vor dem Landgericht verhandelt wurde. Ergebnis: Die Staatsanwaltschaft nahm ihre Berufung zurück – es bleibt also bei dem erstinstanzlichen Urteil.

Wie das „GT“ berichtet, hatte die Staatsanwaltschaft im ersten Prozess wegen der gravierenden Folgen für die Hinterbliebenen eine höhere Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren beantragt. In dem Fall hätte der Angeklagte seine Strafe im Gefängnis absitzen müssen, da bei einer Strafe von mehr als zwei Jahren keine Strafaussetzung zur Bewährung mehr möglich ist. Die Verteidigung hatte daraufhin eine niedrigere Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren beantragt. Auch er hatte Berufung gegen das erstinstanzliche Urteil eingelegt, diese aber später wieder zurückgenommen.

Da die Staatsanwaltschaft ihre Berufung auf die Strafhöhe beschränkt hatte, musste das Landgericht Göttingen im zweiten Prozess nicht mehr das eigentliche Unfallgeschehen aufklären. Stattdessen ging es darum, sich einen persönlichen Eindruck von dem Angeklagten und von den dramatischen Folgen für die betroffene Familie zu verschaffen.

Eltern des toten Babys noch immer traumatisiert

Anzeige

Die 37-jährige Mutter des getöteten Babys schilderte, wie sehr sie und ihr Mann immer noch traumatisiert seien. Beide Eltern waren nach dem tödlichen Unfall psychisch so beeinträchtigt gewesen, dass sie ihren Beruf nicht mehr ausüben konnten. Seit Kurzem arbeite ihr Mann wieder in Vollzeit, berichtet die Mutter. Dies belaste ihn aber so stark, dass er „für den Rest des Tages nicht mehr zu gebrauchen“ sei. Ob sie selbst jemals wieder in ihrem Beruf als Krankenschwester tätig sein könne, sei nicht absehbar.

RND/liz

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen