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Rom: Protest gegen Corona-Maßnahmen - Rechtsextreme werfen Feuerwerkskörper

  • Ausgangssperren und andere Corona-Einschränkungen brachte eine Gruppe Demonstrierender in Rom auf die Barrikaden.
  • Die Protestierenden bewarfen die Polizisten mit Feuerwerkskörpern, beschädigten Autos und setzten Müllcontainer in Brand.
  • Die neofaschistische Partei Forza Nuova organisierte die unangemeldete Demo und sprach von einer „Pseudo-Pandemie“.
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Rom. In Italiens Hauptstadt Rom ist es bei Protesten gegen Ausgangssperren und andere Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zu Ausschreitungen gekommen. Demonstranten warfen in der Nacht zum Sonntag im Zentrum Roms unter anderem Feuerwerkskörper auf Polizisten, wie die Nachrichtenagentur Adnkronos und andere Medien berichteten. Als Bereitschaftspolizisten zur Verstärkung anrückten, wurden demnach Autos beschädigt und Müllcontainer in Brand gesteckt. Zwei Polizisten erlitten den Berichten zufolge Verletzungen, mindestens zehn Demonstranten wurden festgenommen. Die Polizei selbst machte zunächst keine Angaben dazu.

An dem nicht genehmigten und von der neofaschistischen Partei Forza Nuova organisierten Protest hatten sich den Medienberichten zufolge Hunderte Menschen beteiligt. Parteichef Roberto Fiore schrieb am Sonntag auf Twitter, die italienischen Lebensgrundlagen würden „im Namen einer "Pseudo-Pandemie" geopfert“. „Die Italiener zeigen, dass sie Einschränkungen und wirtschaftliche Euthanasie im Namen einer "Pseudo-Pandemie" nicht länger tolerieren können“, so Fiore.

Rekordwert bei Corona-Neuinfektionen in Italien am Samstag

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Forza Nuova, die bei der Parlamentswahl 2018 weniger als 0,4 Prozent der Stimmen erhalten hatte, war auch an den gewalttätigen Protesten am späten Freitagabend in Neapel beteiligt gewesen. Italiens Vize-Innenminister Matteo Mauri beschrieb das dortige Geschehen anschließend als „Stadtguerilla“-Vorfälle, die von „(Fußball-)Hooligans, kriminellen Gruppen und politischen Extremisten“ angeheizt worden seien.

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Angesichts der landesweit wieder steigenden Infektionszahlen steht die Regierung von Premierminister Giuseppe Conte unter wachsendem Druck, strengere Maßnahmen zur Eindämmung des Virus zu ergreifen. Es wurde erwartet, dass er im Lauf des Sonntags striktere landesweite Maßnahmen verkünden werde. Dazu soll unter anderem die Schließung aller Kinos und Theater gehören. Die offizielle Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in ganz Italien lag am Samstag auf dem Rekordwert von 19.644. Damit stieg die Gesamtzahl der Infektionen seit Beginn der Pandemie auf 504 509. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung erhöhte sich auf 37 210.

RND/dpa

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