Robbe ohnmächtig geschlagen – damit Kinder Fotos machen können

  • Touristen haben in Kasachstan am Kaspischen Meer einen Seehund mit Stöcken und Steinen traktiert.
  • Danach zogen sie die leblose Robbe an Land, damit Kinder mit ihr spielen und sie fotografieren konnten.
  • Ob der Seehund die Attacke überlebte, ist unbekannt.
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Astana. Das Tier war neugierig und kam in die Nähe des Strandes – doch es traf auf Menschen, die Böses im Sinn hatten: In Kasachstan ist ein Seehund am Kaspischen Meer von einer Gruppe von Männern mit Steinen und Stöcken gequält worden, bis das Tier ohnmächtig wurde. Die Journalistin Roksana Panashchuk hat Aufnahmen des Vorfalls nahe dem Dorf Kuryk in den sozialen Medien geteilt. Offenbar wollten die Männer, dass Kinder mit dem Raubtier Fotos machen können.

Sie machten Fotos von dem leblosen Tier – und warfen es wieder ins Meer

Unglaublich: Obwohl zahlreiche andere Badegäste die Gewaltorgie beobachten, greift offenbar niemand ein. Ein Zeuge sagte laut “Daily Mail”, die Männer hätten so lange auf das Tier eingeschlagen, bis es das Bewusstsein verlor. Dann hätten sie die Robbe an den Strand gezogen, wo Kinder Fotos mit dem leblosen Tier machten und den Seehund erforschten. Die Männer warfen den Seehund schließlich zurück ins Wasser, ob er allerdings überlebt hat, ist unklar.

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Es ist schon der zweite Angriff auf eine Robbe in Kasachstan binnen einer Woche. Nur rund 70 Kilometer weiter, in der Stadt Aktau, warfen Menschen Steine und Felsbrocken auf ein Jungtier, das sich der Gruppe genähert hatte. Das berühmte Model Yevgeniya Mukasheva hatte entsetzt ein Video von dem Vorfall auf Instagram geteilt, schrieb: “Wie kannst du Steine auf ein wehrloses Tier werfen, das dir nichts getan hat, und dabei lachen? Wie kann man Kinder großziehen, damit so etwas für sie normal ist?”

Robben beißen Schwimmer – Auslöser für Gewaltorgien?

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Der Hass gegen die Robben rührt offenbar von Unfällen im Juni. Dabei wurden Schwimmer von Robben angegriffen und gebissen, die Menschen mussten ins Krankenhaus und unter anderem gegen Tollwut geimpft werden. Die lokale Plattform NURKZ sieht einen Zusammenhang – die beiden Gewalttaten könnten durch die Wut über die Bisse ausgelöst worden sein.

Die Polizei sucht nun mithilfe der Videoaufnahmen nach den Tätern. Ihnen drohen bis zu zwei Jahre Haft. Die Umweltbehörden appellierten an die Bevölkerung, die Tiere in Ruhe zu lassen. “Die Robbe aus dem ersten Video ist jung und verspielt, Robben sind freundliche und neugierige Meeressäuger, die wir bewundern sollten”, sagte ein Ministeriumssprecher.

RND/msk

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