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  • RKI Warnung: Tetanus-Impfung in Hochwassergebieten sehr wichtig - erhöhte Infektionsgefahr

Impfschutz überprüfen: RKI warnt vor erhöhter Tetanusgefahr in Flutregionen

  • Das RKI ruft Menschen in den Katastrophenregionen dazu auf, ihren Impfschutz zu überprüfen.
  • Durch eine erhöhte Verletzungsgefahr bei den Aufräumarbeiten steige die Gefahr einer Tetanus- oder Hepatitis-A-Infektion.
  • Impfungen in mobile Arztpraxen werden bereits gut angenommen.
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Bad Neuenahr-Ahrweiler. Das Robert Koch-Institut (RKI) ruft Helferinnen und Helfer sowie Betroffene in Flutkatastrophenregionen dazu auf, ihren Impfschutz gegen Tetanus und Hepatitis A zu überprüfen. Durch die Aufräumarbeiten und die damit verbundene erhöhte Verletzungsgefahr steige das Risiko einer Tetanus-Infektion, so das RKI. Zudem brauche es für eine Infektion nicht zwangsläufig offene Wunden.

Tetanus werde durch Clostridium tetani verursacht. Die im Erdreich vorkommenden Sporen seien widerstandsfähig gegen Hitze und Desinfektionsmittel, heißt es in einer Mitteilung des RKI. Diese Sporen könnten bei einer Verletzung zusammen mit Fremdkörpern unter die Haut gebracht werden.

Durch die Zerstörungen könnten Helfende und Betroffene auch in Kontakt mit Abwasser kommen, dadurch steige das Risiko für eine Hepatitis-A-Infektionen, so das RKI weiter. Hepatitis A werde fäkal-oral durch Kontakt- oder Schmierinfektion sowie durch kontaminierte Lebensmittel, Wasser oder Gebrauchsgegenstände übertragen.

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80 Prozent der Besucher in mobilen Arztpraxen in Bad Neuenahr-Ahrweiler geimpft

Unterdessen lassen sich im Katastrophengebiet an der Ahr derzeit bereits viele Menschen gegen Tetanus impfen. Rund 80 Prozent der Menschen, die derzeit die mobile Arztpraxis des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Bad Neuenahr-Ahrweiler aufsuchten, ließen sich gegen die bakterielle Infektionskrankheit impfen, sagte DRK-Sprecherin Marion Müller. Das DRK werbe aktiv für die Impfung beziehungsweise für deren Auffrischung.

Man spreche auch Menschen und Helfer an, die nicht mit Verletzungen zum Arzt kämen, sondern nur ein Rezept holen wollten. „Auch wenn man sich nur an Papier geschnitten hat, dann mit dem Schlamm und Wasser in Berührung kommt, kann es zu Infizierungen kommen“, sagte sie.

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Drei mobile Arztpraxen

Derzeit seien drei mobile Arztpraxen im besonders betroffenen Kreis Ahrweiler besetzt: in Bad Neuenahr-Ahrweiler, Rech und Kalenborn.

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In Bad Neuenahr-Ahrweiler gebe es neben der Arztpraxis auch ein Impfzentrum für Corona-Schutzimpfungen. „Es wird gut angenommen“, sagte die Sprecherin weiter. Auch viele Helfer kämen vorbei, um sich mit einer Einmalimpfung von Johnson & Johnson abzusichern.

Ein weiteres Risiko im Katastrophengebiet sei derzeit „dieser ganze Staub“, sagte Müller. Der Schlamm sei getrocknet und werde von Fahrzeugen aufgewirbelt. Einsatzkräfte wässerten daher auch manche Straßen, damit der Boden feucht bleibe. Der Staub könne Schadstoffe enthalten. „Masken bieten da einen gewissen Schutz“, sagte sie.

RND/dpa/lka

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