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Corona im Restaurant: Wirt trug nicht immer eine Schutzmaske

Hinweisschilder stehen vor dem Restaurant Alte Scheune. Nach dem Besuch des Lokals im Landkreis Leer sind mehrere Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Nachdem nach einer Wiedereröffnungsfeier in einem Restaurant im Landkreis Leer 14 Gäste und Personal und vier weitere Kontaktpersonen positiv auf das Coronavirus getestet wurden, wehrt sich das Restaurant Alte Scheune nun gegen Vorwürfe, die Hygienerichtlinien nicht eingehalten zu haben. Auf Facebook hieß es, es sei zwar nicht auszuschließen, dass sich die Gäste während des Preopenings angesteckt hätten, allerdings auch nicht faktisch bewiesen. “Es ist nicht auszuschließen, dass sich die Personen bereits im privaten Umfeld infiziert haben, da es sich bei den Personen sowohl um Freunde als auch um Geschäftspartner handelt”, schreibt das Lokal.

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Zwei Verstöße räumen die Betreiber allerdings ein. Der Inhaber und Chefkoch, der ebenfalls positiv auf Corona getestet wurde, habe seine Eltern “in der Euphorie des geglückten Preopenings” umarmt. Danach habe er sich zu ihnen in den Gastraum gesellt, ohne einen Mund- und Nasenschutz zu tragen. Das Ganze sei passiert, nachdem die Küche bereits geschlossen hatte, schreibt das Lokal weiter in den Kommentaren. Die bereits in der Presse genannten Umarmungen seien demnach Momentaufnahmen gewesen.

Private Party statt Restaurantbetrieb? Alte Scheune spricht von Lügen

Die Alte Scheune hatte am 15. Mai nach einem Jahr und einem Betreiberwechsel eine Wiedereröffnungsfeier gegeben. Um den normalen Ablauf zu proben, waren an jenem Abend 40 Menschen eingeladen, darunter Freunde des Betriebs sowie Geschäftspartner und Lieferanten. Der Betreiber weist darauf hin, dass wie vorgeschrieben nur die Hälfte der Kapazität genutzt worden sei und jeder zweite Platz frei blieb. Pro Tisch hätten maximal zwei Haushalte gesessen.

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Am Sonntag meldete der Landkreis, dass bei 14 Personen, die an dem Abend als Gäste oder Personal anwesend waren, das Coronavirus nachgewiesen wurde, darunter auch der Betreiber und Koch. Vier weitere Personen steckten sich infolgedessen an. 118 Menschen seien in häuslicher Quarantäne, darunter auch welche, die sich in den drei Folgetagen im Restaurant aufhielten. Da bereits einige Menschen, die sich in Quarantäne befinden, Symptome zeigen, geht der Landkreis davon aus, dass sowohl die Fall- als auch Quarantäneanzahl steigen wird. Inzwischen ist das Lokal wieder vorübergehend geschlossen.

Kritik am laxen Verhalten des Kochs

Das Landratsamt geht inzwischen Hinweisen nach, wonach Sicherheitsmaßnahmen in der Alten Scheune missachtet wurden. Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann hatte am Samstag davon gesprochen, es habe sich eher um eine private Party gehandelt, nicht um einen normalen Restaurantbesuch. Dem widerspricht die Alte Scheune: “Dies ist eine Lüge! Der 15.05. war ein regulärer Öffnungstag des Restaurants, mit dem Unterschied der geschlossenen Gesellschaft”, heißt es auf Facebook. Das Ordnungsamt prüft nun mögliche Verstöße. Zeugen hatten berichtet, dass sich Gäste die Hände geschüttelt haben, den Mindestabstand nicht einhielten und keinen Nasen-Mund-Schutz trugen. Dies könnte den Wirt am Ende rund 25.000 Euro kosten, meldet die “Bild”.

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Während das Lokal viel Zuspruch in den Kommentaren erfährt, kritisiert manch einer die laxe Haltung, mit der sich das Personal präsentiert. So hatte Koch Christoph Dinklah der “Tagesschau” ein Interview gegeben, in dem er lediglich ein locker sitzendes Tuch über dem Mund trug. Da es alle paar Sekunden rutschte, zog er es permanent wieder nach oben. “Wenn ein Koch nur so ein Tuch trägt, gehört das Restaurant geschlossen”, urteilte ein Nutzer. “Sieht nicht nach Verantwortungsbewusstsein aus, so vor die Presse zu treten”, ein anderer.

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Auch den Vorwurf, keine ordentlichen Listen geführt zu haben und sie zu spät abgegeben zu haben, weist das Restaurant auf Facebook zurück. Dass man in den sozialen Medien dazu aufgerufen habe, dass Menschen sich beim Gesundheitsamt melden sollten, wenn sie zwischen 15. und 19. Mai im Lokal waren, solle vor allem Lieferanten und Boten schützen. Diese müssten sich, anders als Gäste, nicht auf Listen eintragen. “Diese Aussage diente lediglich dazu, uns abzusichern”, heißt es.

RND/msk

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