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  • Raub im Grünen Gewölbe Dresden: Razzia in Berlin, drei Tatverdächtige festgenommen

Razzia nach Dresdner Juwelendiebstahl: Drei Festnahmen, Fahndung nach zwei weiteren Verdächtigen

  • Der spektakuläre Kunstdiebstahl im Grünen Gewölbe in Dresden steht möglicherweise vor der Aufklärung.
  • Mehr als 1600 Polizisten suchen bei einer Razzia in Berlin nach Verdächtigen und einzigartigen Kunstschätzen.
  • Es werden drei Tatverdächtige aus dem Berliner Clanmilieu festgenommen – zwei Verdächtige sind noch auf der Flucht.
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Knapp ein Jahr nach dem spektakulären Kunstdiebstahl aus dem Dresdner Grünen Gewölbe im November 2019 hat die Polizei am Dienstagmorgen in Berlin drei Tatverdächtige festgenommen, nach zwei weiteren Verdächtigen wird noch mit Haftbefehl gefahndet. Es handelt sich um Mitglieder des Berliner Remmo-Clans.

Gegen alle fünf wurden Haftbefehle wegen schweren Bandendiebstahls sowie Brandstiftung in zwei Fällen erlassen. Drei der Haftbefehle wurden bei der groß angelegten Razzia am Dienstagmorgen in Berlin-Neukölln vollstreckt, wie der Dresdner Oberstaatsanwalt Jürgen Schmidt sagte. Ein Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Dresden entscheidet derzeit, ob die drei Männer in Untersuchungshaft kommen.

Polizeibekannte Großfamilie

Die drei festgenommenen Verdächtigen seien deutsche Staatsbürger, wie ein Sprecher der Dresdner Polizei sagte. Zudem fahndet die Polizei nach zwei weiteren Verdächtigen aus dem Berliner Clanmilieu. Hierbei handelt es sich um die Zwillingsbrüder Abdul Majed Remmo und Mohamed Remmo (21).

© Quelle: Polizei Dresden
© Quelle: Polizei Dresden
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Die polizeibekannte, arabischstämmige Großfamilie Remmo war in der Vergangenheit auch für andere große Straftaten verantwortlich. Dazu zählt der spektakuläre Diebstahl einer 100 Kilogramm schweren Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum. Dafür waren zwei Männer verurteilt worden.

Video
Razzia in Berlin: Zusammenhang mit Raub im Grünen Gewölbe
0:53 min
Mehr als 1600 Polizisten suchen in Berlin nach Verdächtigen und Kunstschätzen aus dem Dresdner Grünen Gewölbe.  © dpa
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Razzia in Berlin: Mehr als 1600 Beamte im Einsatz

Seit dem Morgen wurden insgesamt 18 Objekte in der Hauptstadt durchsucht, darunter zehn Wohnungen sowie Garagen und Fahrzeuge. Laut Behörden sind dabei knapp 1640 Polizeibeamte im Einsatz. Im Zentrum der Maßnahmen stünden die Suche nach den gestohlenen Kunstschätzen und möglichen Beweismitteln, etwa Speichermedien, Bekleidungsstücke und Werkzeuge.

Doch trotz der Festnahme haben die Ermittler wenig Hoffnung, dass die Objekte wieder nach Dresden zurückkehren. „Da müsste man sehr viel Glück haben, dass man die ein Jahr nach der Tat noch finden würde“, sagte der Sprecher der Dresdner Polizei, Thomas Geithner, am Dienstag vor Journalisten in Berlin. Doch: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“ Der eigentliche Erfolg sei die Festnahme der Verdächtigen.

Laut Innensenator Geisel „ein großer Erfolg“

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat den Polizeieinsatz und die Festnahme dreier dringend Tatverdächtiger als großen Erfolg gewertet. Geisel sprach am Dienstag in Berlin von einer professionellen Zusammenarbeit zwischen Berliner und sächsischen Polizisten, die nunmehr belohnt worden sei. Wörtlich sagte der Berliner Innensenator: „Wir sind froh, dass bei der Aufklärung eines Kunstraubs ein großer Erfolg geglückt ist.“

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Geisel sieht die Festnahmen auch als Warnzeichen an die Szene. „Niemand sollte glauben, er könne sich über diesen Staat und seine Regeln hinwegsetzen“, erklärte der Innensenator am Dienstag. „Der Rechtsstaat ist das Maß der Dinge. Er allein setzt die Ordnung durch. Er tut das entschlossener und klüger, als manch Krimineller glaubt.“

Grünes Gewölbe: Täter flüchteten nach Einbruch mit falschem Taxi

Der Großeinsatz löste in Berlin Verkehrsbehinderungen aus: Die Polizei teilte mit, es sei den ganzen Tag über mit erheblichen Verkehrseinschränkungen im gesamten Stadtgebiet zu rechnen. Neben Einsatzkräften aus Sachsen seien auch Spezialeinsatzkräfte des Bundes und der Länder Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Thüringen an den Maßnahmen beteiligt.

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Bei einem der spektakulärsten Einbrüche der vergangenen Jahrzehnte hatten Unbekannte im November 2019 in Dresden aus der berühmten Schatzkammer Grünes Gewölbe Kunstschätze von kaum messbarem Wert gestohlen. Wie am Dienstag bekannt wurde, waren die Einbrecher damals mit einem PS-starken Wagen über die nahe gelegene Autobahn nach Berlin gerast. Das Fahrzeug war in Taxioptik getarnt und stand für die Flucht bereit, wie ein Sprecher der Dresdner Staatsanwaltschaft sagte. Die „Bild“-Zeitung hatte zuerst darüber berichtet.

Die Diebe waren zunächst mit einem anderen Auto vom Tatort weg- und einige Kilometer durch die Elbestadt gefahren. In einer Tiefgarage am Stadtrand hatten sie dieses dann stehen lassen und in Brand gesteckt, ehe sie umstiegen.

RND/dpa

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