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Rassistischer Ortsname? Grüne Jugend fordert Umbenennung des Ortes Negernbötel

  • Die Debatte entfacht sich immer wieder: Ist der Name eines Ortes rassistisch?
  • Im Fall des Dorfes Negernbötel in Schleswig-Holstein fordert nun die Grüne Jugend eine Umbenennung.
  • Doch der Bürgermeister sieht kein Problem mit dem Ortsnamen.
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Negernbötel. Negernbötel – dieser Ortsname ist für die Grüne Jugend im Kreis Segeberg in Schleswig-Holstein klar rassistisch. Weil das Dorf mit knapp 1000 Einwohnerinnen und Einwohnern das N-Wort enthält, fordern sie eine Umbenennung. Davon wollen Bürgermeister und Einwohnerinnen und Einwohner des Ortes aber nichts wissen, wie die „Kieler Nachrichten“ berichten (KN).

Anlass zur Diskussion gab den Grünen die Ermordung George Floyds vor einem Jahr bei einem brutalen Polizeieinsatz, der weltweit Proteste ausgelöst hatte. „Der Ortsname Negernbötel enthält das sehr verletzende und rassistische N-Wort“, schreiben die Grünen auf ihrer Instagramseite.

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Name kommt aus dem Plattdeutschen

Natürlich seien die Bewohner und Bewohnerinnen des Dorfes nicht rassistisch – auch der Ortsname habe keinen rassistischen Ursprung, sondern stamme aus dem Plattdeutschen und bedeute „Näher zu der Siedlung“, so die Grünen. Sie könnten verstehen, dass Menschen den plattdeutschen Ortsnamen schützen wollten, gleichzeitig sei Plattdeutsch keine sehr weit verbreitete Sprache. Den Menschen komme vielmehr das seit Jahrhunderten zur Unterdrückung von schwarzen Menschen genutzte N-Wort in den Sinn.

Vorschlag für neuen Namen: Näherbötel

Der Vorschlag der Grünen Jugend: den Ort in Näherbötel umbenennen. Bürgermeister Marco Timme sagte laut „KN“ dazu, es gebe mit dem Ortsnamen im Dorf und unter den Gemeindepolitikerinnen und -politikern keine Probleme. Laut des Kreises Segeberg ist eine Umbenennung des Ortes möglich, das liege aber in der Hand der Gemeindevertreterinnen und -vertreter selbst.

Es ist nicht das erste Mal, dass es Streit um den Ortsnamen des Dorfes gibt. Erst im Januar hatte der Berliner Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch den „Lübecker Nachrichten“ (LN) gesagt: „Man sollte Debatten über den Ortsnamen nicht gleich abblocken. Ortsnamen sind nicht heilig, wenn eine Gesellschaft und ihre Werte sich ändern.“ Schon damals war die Debatte für Bürgermeister Marco Timme nicht neu. Das ploppe alle Jahre wieder hoch, sagte er damals den „LN“. „Bei uns lebt nicht ein Rassist. Wir haben so großen Zuspruch. Wen das stört, der kann ja woanders wohnen.“

Update: Am Freitagmittag veröffentlichten die Schleswigholsteinischen Grünen dann eine Stellungnahme via Twitter. Für sie stehe ein Umbenennung des Ortes nicht „zur Debatte“. Es gebe keinen Anlass, dem Ort oder seinen Einwohnerinnen und Einwohnern Rassismus zu unterstellen. Sie betonten aber auch, dass der Kampf gegen Rassismus dringend notwendig sei.

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