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Nach Löschaufrufen von Politikern: Smudo verteidigt Luca-App

Der Rapper Smudo von den Fantastischen Vier.

Der Rapper Smudo hat die Luca-App zur Eindämmung der Corona-Pandemie gegen Vorwürfe von Netz­politikern der Grünen und der FDP verteidigt. Für deren Aufruf, die App zu deinstallieren, habe er kein Verständnis, sagte der Künstler am Dienstag der „Bild“. „Ich halte es für verantwortungslos, dass ein Aufruf von ein bis zwei mir bisher nicht bekannten Politikern dazu führen könnte, dass mitten in der pandemischen Lage Menschen die Luca-App löschen.“

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Die beiden Politiker Maximilian Funke-Kaiser (FDP) und Alexander Salomon (Grüne) hatten Handynutzer zur sofortigen Löschung der Luca-App aufgefordert und stattdessen die Nutzung der Corona-Warn-App angeregt. Auslöser war ein Fall in Mainz, der kürzlich bekannt geworden war: Dort war Ende November ein Mann vor einer Gaststätte gestürzt und wenige Tage später gestorben. Die Staats­anwaltschaft hatte anschließend unerlaubt die Daten der App ausgewertet und 21 mögliche Zeugen des Unglücks telefonisch kontaktiert.

Der Musiker ist Mitentwickler der App, die während der Pandemie dabei helfen soll, Kontakte nachzuverfolgen und Infektions­ketten zu unterbrechen. Zuletzt gab es vermehrt Kritik an der App wegen fehlender Transparenz und Sicherheits­bedenken.

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Smudo hält Aufrufe zur Löschung für verantwortungslos

In der Luca-App hinterlassen Gäste ihre Kontaktdaten, allerdings nur zum Zweck der Pandemie­bekämpfung. Eine Verwendung der Daten für Polizei­ermittlungen ist nicht erlaubt. Die Staats­anwaltschaft Mainz, die sich die Daten offenbar mit Erlaubnis des Gesundheits­amts verschafft hatte, hat inzwischen angekündigt, die Daten nicht mehr zu verwenden. Die Culture4life GmbH, die die App betreibt, verurteilte den Daten­missbrauch in einer Stellung­nahme: Luca habe selbst keine Kenntnis von dem Vorfall gehabt und könne selbst unter keinen Umständen auf diese Daten zugreifen.

Anders als die Corona-Warn-App wird Luca nicht bundesweit eingesetzt. 13 Länder haben derzeit einen Vertrag mit den App-Betreibern abgeschlossen. Die Landes­regierung von Sachsen-Anhalt lässt eine weitere Nutzung derzeit offen. Für Smudo ist das jedoch kein Grund, die App grundsätzlich in Frage zu stellen: „Falls sich ein Bundesland dagegen entscheidet, rechtfertigt das nicht einen deutschland­weiten Aufruf. Das ist schlichtweg verantwortungslos. Wer im Steilhang hängt, wirft doch kein Seil weg. Statt mit Verboten zu poltern, sollten wir alle Instrumente konsequent einsetzen, die uns zur Verfügung stehen, um flexibel zu sein, gegen einen immer wieder Haken schlagendes Virus“, sagte er.

RND/dpa/sb

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