QR-Code gegen Gaffer: Johanniter wollen mit Trick abschrecken

  • Gaffer, die Bilder von Unfallopfern machen, sollen ihr Verhalten künftig direkt gespiegelt bekommen.
  • Über QR-Codes auf Rettungswagen soll die Botschaft „Gaffen tötet“ an das jeweilige Smartphone gesendet werden.
  • Die Johanniter starten das Projekt zunächst mit acht Rettungswagen.
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Berlin. „Gaffen tötet“ – diese Botschaft soll künftig auf den Smartphones von Schaulustigen erscheinen, wenn sie Unfalleinsätze der Johanniter fotografieren wollen. Möglich wird das durch einen technischen Trick: QR-Codes an den Rettungsfahrzeugen oder an der Ausrüstung der Retter lösen auf den Smartphones von fotografierenden Gaffern den Warnhinweis aus.

Die Idee einer Werbeagentur, die den Schaulustigen ihre Tat unmittelbar bewusst machen soll, wird in den nächsten Monaten von den Johannitern in einem Pilotprojekt getestet, wie die Johanniter-Unfallhilfe am Freitag mitteilte.

Jede Minute zählt: Gaffer können Leben kosten

Immer wieder käme es vor, dass die Arbeit der Rettungskräfte durch Schaulustige behindert würde, heißt es weiter. Verschärft würde das Problem demnach durch die Verbreitung von Smartphones und durch die sozialen Medien. „Das muss sich ändern, denn oft entscheiden schon wenige Minuten über Leben oder Tod“, sagte Jörg Lüssem, Mitglied des Bundesvorstandes der Johanniter-Unfallhilfe.

QR-Codes zunächst auf acht Rettungswagen

Acht Rettungswagen und ein Intensivtransportwagen sollen den Angaben zufolge im Rahmen des Testprojektes mit den auffälligen QR-Codes ausgestattet werden. David Kreuziger vom Landesvorstand der Johanniter in Berlin/Brandenburg hofft auf Nachahmer: „Gaffer sind ein Riesenproblem in allen Rettungsdiensten, daher sind wir sicher, dass diese Aktion eine hohe Aufmerksamkeit bekommen und Nachahmer in der gesamten Branche finden wird.“

Fotos von Unfalltoten oder Verletzten bei Verkehrsunfällen können in Deutschland hart bestraft werden. Das Gesetz droht mit Geldbußen oder Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren.

RND/dpa

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