Prozessbeginn: Polizist bestreitet Betrug von krebskrankem Mann

  • Polizisten sitzen in deutschen Gerichten eher selten auf der Anklagebank.
  • In Würzburg muss sich nun ein Beamter verantworten.
  • Er soll einen krebskranken Mann um viel Geld gebracht haben. Doch der Verdächtige bestreitet die Tat.
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Würzburg. Ein wegen Betruges angeklagter Polizist hat vor dem Amtsgericht Würzburg bestritten, einen krebskranken Mann um mehr als 83.000 Euro gebracht zu haben. “Das bestreite ich alles”, sagte der 42-Jährige zu Prozessauftakt am Mittwoch. “Ich habe definitiv kein Geld für irgendwelche Mittel von ihm verlangt.” Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beamten vor, seinem mutmaßlichen Opfer unter einem Vorwand das Geld abgeknüpft haben. Nach Gerichtsangaben hatte der Kranke dem 42-Jährigen eine Vorsorgevollmacht erteilt. Zudem soll der Angeklagte die Medikation und häusliche Pflege des Geschädigten organisiert haben.

Der Angeklagte hatte nach eigenen Angaben ein freundschaftliches Verhältnis zu dem Erkrankten und besuchte ihn demnach auch regelmäßig im Krankenhaus. Er habe sogar seinen Polizeidienst reduziert, um für den Mann da zu sein, sagte er vor Gericht. Zwar habe er auch Geld von seinem Freund bekommen, dies allerdings nicht in seine eigene Tasche gesteckt, sondern für die Pflege ausgegeben.

Anklage auch wegen des Verkaufs von Marihuana

Der Polizist steht auch wegen des Kaufs von 200 Gramm Marihuana vor Gericht und wird beschuldigt, etwa 170 Gramm Haschisch besessen zu haben. Dazu sagte er: “Das räume ich vollumfänglich ein.”

Für den Prozess vor einem Schöffengericht sind sechs Verhandlungstage angesetzt. Der Polizist ist derzeit nicht im Dienst.

RND/dpa

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