Prozess um Tod von Zweijähriger: Mehrjährige Haftstrafe gefordert

  • Eine Frau soll zugeschaut haben, wie ihr Partner seine zweijährige Tochter misshandelte. Das Mädchen starb im April 2018.
  • Im Prozess gegen die 37-Jährige fordert die Staatsanwaltschaft nun mehrere Jahre Haft.
  • Ein Urteil soll am 19. Dezember gesprochen werden.
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Frankfurt (Oder). Weil sie tatenlos zugesehen haben soll, wie ihr Lebensgefährte seine zweijährige Tochter so schwer misshandelte, dass sie starb, soll eine 37-Jährige für mehrere Jahre ins Gefängnis.

In ihrem Plädoyer forderte die Staatsanwaltschaft am Freitag vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) fünf Jahre und sechs Monate Haft für die Frau wegen Totschlags durch Unterlassen. Die Verteidigung plädierte auf vier Jahre wegen schwerer Misshandlung Schutzbefohlener. Die leibliche Mutter des Kindes hatte als Nebenklägerin neun Jahre Gefängnis beantragt. Ein Urteil soll am 19. Dezember gesprochen werden.

Vater bereits wegen Mordes verurteilt

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Der 29 Jahre alte Vater wurde bereits im Juni wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er das Kind im Jahr 2017 über sechs bis acht Wochen lang schwer misshandelte. Das Mädchen war nach schweren Verletzungen zunächst ins Koma gefallen und im April 2018 im Alter von zweieinhalb Jahren gestorben.

Die Staatsanwaltschaft wirft der Angeklagten vor, den lebensbedrohlichen Zustand des Kindes aus Eberswalde (Barnim) erkannt, aber nicht geholfen zu haben. Einen Mordvorwurf sahen weder Staatsanwaltschaft noch Verteidigung bestätigt. Die Beweisaufnahme habe nicht ergeben, dass ein Mordmerkmal aus niedrigen Beweggründen vorlag, sagte ein Sprecher des Landgerichts.

RND/dpa

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