Prozess gegen Sektenchefin - Junge in Sack erstickt

  • Eine mutmaßliche Sektenchefin muss sich seit heute (Dienstag, 22. Oktober) dem Landgericht Hanau stellen.
  • Die heute 72-Jährige soll 1988 einen vierjährigen Jungen in einen Sack eingenäht und in einem qualvollen Todeskampf sterben lassen haben, weil er „von den Dunklen besessen“ gewesen sei.
  • Die Staatsanwaltschaft sieht das Mordmerkmal der Grausamkeit erfüllt.
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Nach dem qualvollen Tod eines vierjährigen Jungen muss sich seit Dienstag eine mutmaßliche Sektenchefin wegen Mordverdachts vor dem Landgericht Hanau verantworten. Ihr wird vorgeworfen, 1988 den Jungen getötet zu haben. Die heute 72-Jährige soll das Kind, das in ihrer Obhut gestanden haben soll, in einen Leinensack eingeschnürt, im Badezimmer abgelegt und ihn trotz panischer Schreie seinem Schicksal überlassen haben. Die Angeklagte soll den Jungen als „von den Dunklen besessen“ angesehen haben, wie das Gericht erklärte. Deshalb habe sie beschlossen, ihn zu töten. Der Junge sei nach einem „erbitterten Todeskampf“ gestorben. Vermutlich ist er erstickt.

Die Staatsanwaltschaft sieht das Mordmerkmal der Grausamkeit erfüllt. Zudem habe die Frau aus niedrigen Beweggründen gehandelt. Neu aufgerollt wurde der Fall im Frühjahr 2015 durch neue Aussagen von ehemaligen Mitgliedern der Sekte. Der Rechtsanwalt der Angeklagten hatte den Mordvorwurf stets bestritten.

Von RND/dpa

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