Margot Käßmann plädiert für Präsenzgottesdienste an Ostern

  • Die Theologin Margot Käßmann sagte, ein Verbot von Präsenzgottesdiensten „geht gar nicht“.
  • Ostern sei immerhin der wichtigste christliche Feiertag.
  • Wer aus Vorsicht oder Rücksicht Ostern aber nicht zusammenkommen wolle, solle alternativ digital feiern können.
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Berlin. Die evangelische Theologin Margot Käßmann hat sich für Präsenzgottesdienste an Ostern auch während der Corona-Pandemie ausgesprochen. „Für viele Menschen ist auch Gottesdienst ein Lebensmittel“, schrieb die 62-Jährige in ihrer regelmäßigen Kolumne für „Bild am Sonntag“. „Es geht gerade in diesen Zeiten um Trost, Ermutigung und die Erfahrung: Ich bin nicht allein“, argumentierte die ehemalige hannoversche Landesbischöfin und Ex-Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Verbot von Präsenzgottesdiensten an Ostern: „Das geht gar nicht“

Wer aus Vorsicht oder Rücksicht zu Hause bleiben möchte, könne digital Gottesdienst feiern. „Aber den anderen zu verbieten, zu den höchsten kirchlichen Feiertagen zusammenzukommen, das geht gar nicht!“, erklärte Käßmann. Die Kirchen feierten seit Monaten Gottesdienste mit Abstandsregeln und Hygienevorschriften. Da gebe es nicht mehr Grund zur Besorgnis als im Lebensmittelladen. Auch das Gottesdienstverbot an Ostern im vergangenen Jahr war aus Käßmanns Sicht ein Fehler. Damals habe man aber noch wenig über die Corona-Ansteckungen gewusst.

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Käßmann bekundete zugleich Respekt vor dem Eingeständnis von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), mit der später zurückgezogenen Anordnung von Ruhetagen über Ostern einen Fehler gemacht zu haben. Häme und Spott seien nicht angebracht. „Vergeben ist eine zutiefst christliche Tugend“, schrieb Käßmann, die 2010 nach einer Fahrt unter Alkoholeinfluss von allen kirchlichen Ämtern zurückgetreten war.

RND/epd

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