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Prämierter Hanftee wird als Betäubungsmittel eingestuft – und vorerst weiter verkauft

  • Erst wird ein Hanftee aus Mecklenburg-Vorpommern auf einer vom Wirtschaftsministerium geförderten Messe mit einem Preis ausgezeichnet.
  • Dann stufen Lebensmittelkontrolleure den Tee als Betäubungsmittel ein und wollen ihn aus dem Verkehr ziehen.
  • Doch das Unternehmen legt Widerspruch ein.
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Pulow/Rostock. In Mecklenburg-Vorpommern wird ein Hanftee erst auf der vom Wirtschaftsministerium geförderten Warenmesse Regional + Bio in MV mit einem Preis ausgezeichnet, und dann von Lebensmittelkontrolleuren als Betäubungsmittel eingestuft, wie die „Ostsee-Zeitung“ (OZ) berichtet. Wie kann es dazu kommen? Der Biotee der Kräutergarten Pommernland eG aus dem vorpommerschen Pulow wird demnach aus Hanfblättern hergestellt – und da liegt das Problem.

Der Grund für die Einstufung lag laut OZ nämlich nicht in der möglicherweise berauschenden Wirkung, die der Aufguss durch einen zu hohen THC-Gehalt hätte auslösen können und der von der Behörde nicht mal geprüft wurde, sondern in der Herstellung aus Hanfblättern. Demnach dürfen hierzulande nur Hanfsamen, die kein THC enthalten, in Lebensmitteln verarbeitet werden. Pflanzenteile wie Blätter aus THC-armen Nutzhanfpflanzen dürfen laut Betäubungsmittelgesetz nur verkauft werden, wenn „ihr Gehalt an Tetrahydrocannabinol 0,2 Prozent nicht übersteigt und der Verkehr mit ihnen ausschließlich gewerblichen oder wissenschaftlichen Zwecken dient, die einen Missbrauch zu Rauschzwecken ausschließen“. Beim Tee aus Hanfblättern wird nach Angaben der Landesbehörde aber genau dagegen verstoßen, weil der Verkauf an Endkunden kein gewerblicher Zweck sei.

Widerspruch eingelegt – Tee darf vorerst weiter verkauft werden

Die Einstufung hat gravierende Folgen für das Teeunternehmen: „Die Lebensmittelüberwachung des Kreises Vorpommern-Greifswald hat die Sperrung und Vernichtung (Kompostierung) des fertigen Hanftees angeordnet“, sagt Kreissprecherin Anke Radlof der OZ. Doch: Erst mal passiert das noch nicht und der Tee wird weiter verkauft. Denn der Teehersteller aus Pulow hat laut der Zeitung Widerspruch gegen das Verkaufsverbot eingelegt. Das habe eine aufschiebende Wirkung, weshalb der Tee vorerst weiter normal vertrieben werden könne.

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Und: Der THC-Gehalt des preisgekrönten und zugleich beanstandeten Tees liegt laut OZ bei 0,028 Prozent und damit weit unter dem im Betäubungsmittelgesetz festgelegten Grenzwert. „Wer einen Rausch haben möchte, wird sich sicher nicht unseren teuren Tee kaufen“, sagt Iris Ehmcke, Sprecherin der Genossenschaft, dem Blatt.

RND/hsc

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