Polizist nach tödlichem Schuss auf Rentner angeklagt

  • Vor zwei Jahren hat ein Bochumer Polizist bei einem Einsatz einen Rentner erschossen.
  • Nun wird gegen den Mann doch Anklage wegen Totschlags erhoben.
  • Die Frage ist, ob der dritte und tödliche Schuss noch in einer Notwehrsituation abgegeben wurde.
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Bochum. Gegen einen Bochumer Polizeibeamten, der vor zwei Jahren bei einem Einsatz einen Rentner erschossen hat, ist jetzt doch Anklage erhoben worden. Der Polizeihauptkommissar müsse sich wegen Totschlags verantworten, berichtete der „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Freitag). Die Zeitung berief sich auf einen Sprecher des Bochumer Landgerichts. Ein Sprecher der Bochumer Polizei sagte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, dem Beamten sei „mit Bekanntwerden der Anklage das Weiterführen der Dienstgeschäfte untersagt“ worden.

Staatsanwaltschaft hatte Verfahren wegen Notwehr eingestellt

Die Staatsanwaltschaft hatte das Verfahren gegen den Polizisten eingestellt. Die Ankläger gingen von Notwehr aus, weil das spätere Opfer bei dem Einsatz ein Feuerzeug in Form einer Pistolenattrappe aus dem Hosenbund gezogen und damit auf den Beamten gezielt hatte. Der Polizist hatte daraufhin drei Schüsse auf den Oberkörper des Mannes abgefeuert. Der Rentner starb noch auf dem Gehweg.

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Das Oberlandesgericht Hamm habe auf Antrag des Anwalts der Angehörigen des Opfers die Staatsanwaltschaft angewiesen, den Polizisten doch anzuklagen, berichtete der Stadt-Anzeiger weiter. Und zwar mit der Begründung, dass der dritte Schuss, der laut Obduktion zum Tode des Rentners führte, nicht mehr durch die Notwehrsituation gedeckt gewesen sei.

RND/dpa

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