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Polizist muss sich nicht für den Tod von Breonna Taylor verantworten

  • Ihr Name steht neben George Floyd, Rayshard Brooks und Jacob Blake stellvertretend für Fälle von Polizeigewalt gegen Schwarze.
  • Jetzt ist klar: Sechs Monate nach dem Tod von Breonna Taylor muss sich ein Polizist nicht für die Tötung der jungen Frau verantworten.
  • Er wurde lediglich wegen mutwilliger Gefährdung anderer mit seiner Dienstwaffe angeklagt.
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Louisville. Sechs Monate nach dem Tod der schwarzen Frau Breonna Taylor bei einem Polizeieinsatz im US-Staat Kentucky ist ein beteiligter Polizist angeklagt worden. Er müsse sich allerdings nicht wegen der Tötung der Frau verantworten, sondern lediglich wegen mutwilliger Gefährdung anderer mit seiner Dienstwaffe, entschied eine sogenannte Große Geschworenenjury am Mittwoch. Zwei weitere Polizisten, die an dem Einsatz beteiligt waren, wurden nicht angeklagt. Der Tod Taylors hatte ebenso wie der des Schwarzen George Floyd zu den Massenprotesten gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA beigetragen.

Der Anwalt der Familie von Breonna Taylor, Ben Crump, schrieb bei Twitter, dass der inzwischen entlassene Polizist nicht wegen des Mordes an Taylor angeklagt worden sei, sei „empörend“ und „beleidigend“.

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Die Notfallsanitäterin Taylor war in ihrer eigenen Wohnung erschossen worden, als Polizisten am 13. März bei einer Drogenrazzia ohne Vorankündigung ihre Tür eintraten. Taylors Freund, nach dem die Polizei suchte, schoss daraufhin einen Polizisten an - nach eigenen Angaben in Selbstverteidigung, weil er nicht wusste, dass es die Polizei war. Der nun angeklagte Polizist feuerte mindestens zehn Schüsse in die Wohnung, Taylor wurde mehrfach getroffen. Der Polizist wurde bereits im Juni wegen unangemessener Gewaltanwendung entlassen.

Video
Zwei US-Polizisten bei Anti-Rassismus-Protesten in Louisville angeschossen
0:44 min
Eine umstrittene Gerichtsentscheidung im Fall Breonna Taylor hat zu erneuten Protesten in Kentucky geführt.  © Reuters

Viele Demonstranten in Taylors Heimatstadt Louisville und darüber hinaus hatten darauf gedrängt, die Polizei für den Tod der Frau zur Rechenschaft zu ziehen. Wegen möglicher neuer Proteste nach der Verkündung der Anklage wurde eine nächtliche Ausgangssperre in Louisville verhängt.

RND/AP

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