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Gewerkschaft befürchtet noch mehr Fälle im Drogenskandal um Münchner Polizisten

  • Im Fall um den Drogen-Skandal bei der Münchner Polizei glaubt die Deutsche Polizeigewerkschaft, dass im Zuge der Ermittlungen noch weitere Delikte bekannt werden können.
  • Sie fürchtet um den Ruf der Polizei.
  • In der Politik sorgt man sich auch um die Vorwürfe des Amtsmissbrauchs.
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München. Im Drogenskandal um Münchner Polizisten könnte es nach Einschätzung der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) womöglich sogar noch mehr Fälle geben als bekannt. “Bei Ermittlungen zu Drogendelikten ist es eigentlich so, dass immer sehr viele Nachfolgedelikte bekanntwerden. Da ist dann ein Rattenschwanz dran”, sagte der Chef des bayerischen DPolG-Landesverbandes, Jürgen Köhnlein, der Deutschen Presse-Agentur in München.

Innenminister Herrmann: “Kriminelle haben bei der Polizei nichts verloren”

Am Mittwoch hatten rund 170 Ermittler eine großangelegte Drogen-Razzia in Dienststellen und Privatwohnungen von Polizisten durchgeführt vor allem in und um München. Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz gegen 21 Polizeibeamte. "Es können auch, wenn es blöd läuft, in einigen Monaten nochmal zehn mehr sein", sagte Köhnlein, der um den Ruf der Polizei fürchtet.

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“Wenn sich diese Vorwürfe bestätigen, dann ist das ein ziemlich starkes Stück”, sagte der Sprecher des Polizeipräsidiums, Andreas Franken. “Ein paar Wenige schaffen es, das gute Verhältnis, das die Münchner Polizei zur Bürgerschaft hat, zu beschädigen.” Innenminister Joachim Herrmann (CSU) wurde deutlicher: “Kriminelle haben bei der Bayerischen Polizei nichts verloren”, sagte er der “Bild”. “So etwas ist absolut inakzeptabel und eines Polizisten nicht würdig.”

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Politik sorgt sich wegen Amtsmissbrauchs durch Polizisten

Der Polizeiskandal schlägt auch politisch Wellen. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bayerischen Landtag, Katharina Schulze, forderte eine “rasche und umfangreiche Stellungnahme” des Innenministers im Innenausschuss des Landtags. “Neben dem nicht hinnehmbaren Drogenhandel wiegen vor allem die Vorwürfe des Amtsmissbrauchs durch Verfolgung Unschuldiger schwer”, sagte sie.

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"Auch die große Zahl der eingeweihten oder beteiligten Polizistinnen und Polizisten schockiert. Da hat sich offensichtlich unbemerkt und vor allem unkontrolliert eine kriminelle Gruppe innerhalb der Polizei gebildet und sich gegenseitig gedeckt - das wirft auch Fragen nach der Führungskompetenz in der Behörde auf."

RND/dpa

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