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Polizeibeamte spielen „Pokémon Go“, statt Räuber zu verfolgen – entlassen

Im Spiel „Pokémon Go“ tauchen die Pokémon an realen Orten auf. Mithilfe eines Smartphones werden sie sichtbar.

Beim Handygame „Pokémon Go“ gehen die Spieler auf die Jagd nach virtuellen Figuren, die in ihrer realen Umgebung auftauchen.

Los Angeles. Zwei Polizisten sind in Los Angeles entlassen worden, nachdem sie während der Arbeit beim Spielen von „Pokémon Go“ erwischt wurden. Ein Berufungsgericht in Kalifornien hat die Entlassungen jetzt bestätigt, nachdem die Beamten gegen ein früheres Urteil geklagt hatten.

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Der Vorfall ereignete sich bereits im April 2017: Die beiden Polizeibeamten waren einer Fußstreife im Stadtteil Crenshaw zugeteilt. Als ein Captain des Los Angeles Police Department (LAPD) einen Raubüberfall im Einkaufszentrum Crenshaw Mall meldete und um Unterstützung bat, ignorierten die beiden anderen Polizisten den Funkspruch und kehrten um. Wie aus aktuellen Gerichtsdokumenten hervorgeht, behaupteten die Beamten, sie seien in einem Park gewesen, in dem laute Musik zu hören gewesen sei. Deshalb hätten sie den Funkspruch nicht mitbekommen.

Beamte ignorierten Funkruf

Die Gerichtsakten sagen jedoch etwas anderes aus. Eine Streifenwagenkamera, die den Vorfall aufzeichnete, zeigte demnach, dass die Beamten den Funkruf gehört hatten, darüber sprachen und ihn dann bewusst ignorierten. Ein Polizist soll wörtlich „Ach, scheiß drauf“ gesagt haben.

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Statt Einbrecher zu jagen, entschieden sich die beiden Männer, auf die Suche nach Pokémon-Figuren zu gehen. Aus den Videoaufnahmen geht hervor, wie sie darüber sprachen, dass Relaxo, eine Pokémon-Figur, in der Nähe aufgetaucht sei. Die Polizisten diskutierten dann in den folgenden rund 20 Minuten über Pokémon und fuhren zu verschiedenen Orten, an denen die virtuellen Kreaturen auf ihren Smartphones auftauchten.

Das Handyspiel „Pokémon Go“ wurde damals weltweit populär. Die Spieler können in ihrer realen Umgebung nach Pokémon-Figuren suchen, die auf ihren Smartphones angezeigt werden, und sie in virtuellen Kämpfen gegeneinander antreten lassen. Die beiden Polizeibeamten bestritten, während ihres Dienstes „Pokémon Go“ gespielt zu haben. Sie gaben aber zu, ihren Bezirk verlassen zu haben, um die Relaxo-Figur zu suchen – und zwar im Rahmen einer „zusätzlichen Patrouille“ und um „dieses mythische Wesen zu jagen“.

Kündigungen sind rechtskräftig

Das kalifornische Berufungsgericht ließ sich von den Erklärungen der Polizisten nicht beeindrucken und bestätigte das frühere Gerichtsurteil. Laut einem Bericht der „Los Angeles Times“ zeigten sich die Polizisten enttäuscht von der Entscheidung. Sie hielten die Videoaufzeichnungen im Streifenwagen für rechtswidrig. Das Gericht wies diese Behauptung jedoch zurück. Es sei absurd, von Ermittlern für innere Angelegenheiten zu verlangen, Beweise für kriminelles Verhalten zu ignorieren, nur weil sie unbeabsichtigt aufgenommen wurden, sagte ein Richter. Die Kündigungen sind damit rechtskräftig.

RND/sb

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