Die Flucht-Details des mutmaßlichen Doppelmörders von Göttingen

  • Der mutmaßliche Doppelmörder von Göttingen hat während seiner eineinhalbtägigen Flucht mehrere Telefonate mit Polizeibeamten geführt.
  • Das bestätigte die Polizei im Rahmen einer Pressekonferenz am Samstag.
  • Zum einen habe er Verhandlungsgespräche geführt, zum anderen hat sich der 52-Jährige mehrfach nach dem Zustand seiner Opfer erkundigt.
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Göttingen. Der mutmaßliche Frauenmörder von Göttingen hat sich mehrfach telefonisch bei der Polizei nach dem Zustand seiner Opfer erkundigt. Er habe außerdem während seiner etwa 32-stündigen Flucht weitere Verhandlungsgespräche mit den Beamten über den Notruf 110 geführt, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Samstag auf einer Pressekonferenz in Göttingen mit. Die Handys habe er sich jeweils sehr freundlich von Unbekannten geliehen. Der Verdächtige sei "aalglatt" aufgetreten, schilderten die Ermittler. Er habe nach bisherigen Erkenntnissen von verschiedenen Handys von Passanten angerufen.

Wie die Polizei bei der Pressekonferenz am Samstag bestätigte, hat der mutmaßliche Täter während seiner Flucht in Hannover einen Anwalt aufgesucht. Der Verdächtige habe sich gemeldet und um rechtlichen Beistand gebeten, teilte die Polizei mit und bestätigte damit vorherige Medienberichte. Der Rechtsanwalt habe dies abgelehnt und die Polizei informiert. Daraufhin sei der mutmaßliche Täter wieder abgetaucht. Vermutlich sei er dann mit einem Zug zurück nach Göttingen gefahren.

Erstes Opfer starb durch scharfe Gewalteinwirkung

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Die Polizei hatte seit der Tat intensiv nach dem Mann gefahndet. Auch Hunde, Hubschrauber und Drohnen wurden eingesetzt.

Seine Bekannte, die er offenbar gezielt angriff, starb bereits am Donnerstag. Am Samstag wurde bekannt, dass auch eine 57-Jährige, die dem Opfer zur Hilfe geeilt und attackiert worden war, gestorben ist. Die Frauen waren demnach Arbeitskolleginnen.

Gegen den mutmaßlichen Mörder ist Haftbefehl erlassen worden.

Das erste Opfer sei bereits obduziert worden, die Frau sei durch scharfe Gewalteinwirkung gestorben. Die Obduktion des zweiten Todesopfers stand am Samstagmittag noch aus. Der Verdächtige war am Freitagabend nach mehr als 30 Stunden Flucht festgenommen worden.

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Der Liveticker zur Pressekonferenz beim "Göttinger Tageblatt" zum Nachlesen

Video
Bluttat in Göttingen: Tatverdächtiger ist gefasst
0:47 min
In Göttingen soll ein 52-Jähriger eine Bekannte getötet haben. Jetzt wurde der Tatverdächtige gefasst.  © DPA
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RND/dpa