Feuerwehr trauert nach Gasexplosion um getöteten Kameraden (19)

  • Am Samstag ist es in Lienen (NRW) in einem Mehrfamilienhaus zu einer Gasexplosion gekommen.
  • Ein Feuermann starb während des Einsatzes.
  • Nun haben seine Kollegen im Netz einen Nachruf veröffentlicht.
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Lienen. Zwei Tage nach dem Tod eines jungen Feuerwehrmanns bei einer Gasexplosion in Lienen im nördlichen Münsterland hat die Polizei in Münster die Ermittlungen übernommen. "Es wurde eine Mordkommission eingerichtet", sagte eine Sprecherin am Montag. Das bedeute aber noch nicht, dass ein Kapitalverbrechen vorliege. Auch am Montagmorgen konnten die Ermittler das einsturzgefährdete Gebäude nicht betreten, um zu klären, wie es zu der Explosion kommen konnte.

Sonntagabend hatten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Lienen auf ihrer Facebook-Seite einen Nachruf auf den 19-jährigen Feuerwehrmann veröffentlicht. Sie schreiben unter anderem: "Am Samstag, dem 8. Februar 2020, sind wir zu einem Einsatz rausgefahren, der unser Leben verändert hat. Wir waren alarmiert worden, nachdem es in einem Wohn- und Geschäftshaus zu einem unklaren Gasgeruch gekommen war. Unser Kamerad Stefan war vor Ort als Teil eines Atemschutztrupps eingesetzt. Zusammen mit einem erfahrenen Angriffstrupp-Führer gelang es Stefan, mehrere Menschen zu retten und in Sicherheit zu bringen." Bei der Suche im Keller war es dann zu einer Explosion gekommen, bei der Kamerad Stefan verschüttet und getötet wurde. Die Kollegen schreiben weiter: "In tiefer Betroffenheit und Trauer fällt es uns gerade schwer zu begreifen, dass nach diesem Einsatz dennoch ein Platz in unserer Mitte leer bleibt. (....) Mit gerade einmal 19 Jahren ist Stefan viel zu früh von uns gegangen. Wir sind 170 Frauen und Männer, aber die Lücke, die jetzt in unserer Reihe klafft, ist unbeschreiblich groß. Mit Stefan verlieren wir einen hoch engagierten Kameraden und Freund, für den die Feuerwehr stets das Größte war."

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Die Feuerwehrleute waren am Samstag in das Wohnhaus im Kreis Steinfurt gerufen worden. Bewohner hatten Gasgeruch festgestellt und sich selbst in Sicherheit gebracht, bevor es zur Explosion kam. Die Detonation hatte das Haus teilweise zum Einsturz gebracht. Der 19-Jährige wurde nach komplizierten Bergungsarbeiten tot gefunden. Ein anderer Feuerwehrmann kam schwer verletzt ins Krankenhaus, weitere wurden verletzt. Das Wohnhaus wurde mit Drahtseilen und Stützen gesichert.

RND/dpa/lob

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