Plastikmüll statt Wasser: Strand versinkt in Abfällen

Statt Wasser sieht man am Strand vor Santo Domingo nur eine riesige Welle aus Plastikmüll. Die erschreckenden Ausmaße des Müllproblems in der Hauptstadt der Dominikanischen Republik zeigt das Video einer Naturschutzorganisation.

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Santo Domingo. Die Hauptstadt der Dominikanischen Republik kämpft mit einem riesigen Müllproblem. Plastikflaschen, Eimer und Styropor türmen sich am Strand von Santo Domingo. Das Wasser ist unter den ganzen Abfällen nicht mehr zu erkennen. Nur die Wellenbewegung lässt erahnen, dass sich darunter das Karibische Meer verbirgt. Mit einem drastischen Video machte die Naturschutzorganisation „Parley for the Oceans“ bei Facebook auf dien „Müll-Notfall“ aufmerksam.

Demnach arbeiteten mehr als 500 Helfer daran, den Müll am „Montesinos Beach“ zu beseitigen, darunter auch zahlreiche Kräfte des Militärs. Nach drei Tagen seien bereits 30 Tonnen Müll aus dem Wasser gefischt worden, hieß es laut Angaben der Organisation. Aber es sei immer noch eine Menge zu tun. Nur rund sechs Tonnen konnten recycelt werden – der Großteil des riesigen Müllbergs lande auf der Mülldeponie.

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Der Strand der Hauptstadt der Dominikanischen Republik versinkt im Müll.

„In der Vergangenheit schickten wir Postkarten von traumhaften Stränden und Palmen. Heute ist dort nur noch Plastikmüll zu sehen“, kritisiert Parley-Gründer Cyrill Gutsch die Situation in Santo Domingo. Die sei für die Hauptstadt jedoch nicht neu, heißt es von der Umweltschutzorganisation. Jedes mal, wenn es heftig regne, würden die Abfälle an den Strand gespült. Bisher sei das Problem ignoriert worden.

Bewusstsein für Plastikmüll wächst weltweit

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Inzwischen wurde der Beitrag allein bei dem sozialen Netzwerk mehr als 1,3 Millionen Mal angeschaut, knapp 30.000 Nutzer teilten das 15 Sekunden lange Video.

Das Bewusstsein rund um das Thema Plastikmüll ist in den vergangenen Monaten weltweit rapide gewachsen: So hatte im April hatte die britische Regierung angekündigt, Trinkhalme und Wattestäbchen aus Plastik verbieten zu wollen. Deutsche Politiker diskutieren derzeit über die sogenannte Plastiksteuer. Details zur einer möglichen Abgabe auf Kunststoffprodukte stehen noch nicht fest. Auch ein Verbot von Einweg-Plastikgeschirr ist im Gespräch. Fast-Food-Riese McDonalds hat Strohhalme aus Plastik aus einigen Filialen in Großbritannien und England bereits verbannt. Weitere sollen folgen.

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Unterdessen hat sich der Verbrauch von Plastiktüten in Deutschland deutlich verringert. Während 2016 jeder Deutsche noch 45 Tüten benutzte, waren es im vergangenen Jahr nur noch 29, wie die Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung mitteilte. Demnach wurden 2017 in Deutschland 2,4 Milliarden Tüten in Umlauf gebracht, 1,3 Milliarden weniger als im Vorjahr.

Von RND/are

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