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Pinguin Pierre ist versehentlich nach Australien geschwommen: Jetzt tröstet er sich mit Trickfilmen

  • Der Zoo im australischen Perth bietet einem unverhofften Gast Obhut.
  • Pinguin Pierre ist dort aus Versehen gelandet und aktuell wegen einer Mauserstörung nicht wasserdicht.
  • Deshalb halten die Pfleger ihn jetzt mit Comicfilmchen bei Laune. Besonders gern schaut er sich den kleinen Pinguin Pingu an.
Barbara Barkhausen
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Perth. Irgendwo muss der Pinguin falsch abgebogen sein. Denn eigentlich sollte sich der Nördliche Felsenpinguin, dessen Artgenossen auf einigen wenigen Inseln im südlichen Atlantischen Ozean sowie im südlichen Indischen Ozean brüten, nach sechs Monaten Paddeln auf dem offenen Meer dort wieder einfinden.

Stattdessen landete der kleine Pinguin, den die Zoowärter in Perth Pierre genannt haben, in Westaustralien. Pierre hat sich also eindeutig kräftig verschwommen und ist nun der einzige Nördliche Felsenpinguin Down Under. “Er sollte gar nicht hier sein”, sagte Danielle Henry, eine Sprecherin des Zoos in Perth, in einem Radiointerview mit der BBC. “Und er war nicht bei bester Gesundheit, als er zu uns kam.”

Pierre ist vermutlich erst ein Jahr alt

Pierres größtes Problem ist, dass seine Federn nach der Mauser nicht so nachwuchsen, wie sie es sollten. “Wir vermuten, dass er etwa ein Jahr alt ist, also noch ziemlich jung”, sagte Henry. “Aus irgendeinem Grund sind seine neuen Federn nur zur Hälfte durchgekommen und haben dann aufgehört zu wachsen.”

Das bedeutet, dass seine schützende Ölschicht nicht intakt und er so nicht wirklich wasserdicht ist. “Pierre kann nicht schwimmen und er kann keine Fische fangen”, erklärte die Sprecherin des Zoos. Deswegen brauche er eine helfende Hand, denn in der freien Natur könne er so nicht überleben. Die Tierpfleger vermuten, dass der Pinguin sich wohl noch mehrmals mausern muss, bis alles wieder beim Alten ist.

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Pierre pausiert in Australien

Somit pausiert Pierre nun in Australien. Damit ihm dort im Zoo nicht allzu langweilig wird und er sich nicht einsam fühlt, haben die Tierpfleger ihm ein iPad organisiert, auf dem er sich nun mit viel Freude Pinguincartoons anschaut. Außerdem zeigen ihm die Pfleger Livestreams Nördlicher Felsenpinguine aus anderen Zoos, unter anderem aus dem Edinburgh Zoo in Großbritannien. Doch vor allem von dem Cartoon des kleinen Pinguin Pingu kann Pierre gar nicht genug kriegen. Er scheint ihn zu unterhalten und zumindest virtuell Gesellschaft zu leisten.

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“Er liebt das total”, sagte Danielle Henry. “Aber er merkt wahrscheinlich nicht, dass Pingu ein Pinguin ist, er reagiert nur auf die Farbe und die Bewegung.” Am Verhalten des Pinguins lasse sich erkennen, dass er die Zeichentrickfilme genieße. Denn Pierre fängt öfters lautstark an zu schnattern und unterhält sich ganz offensichtlich mit seinem gezeichneten Pendant am Bildschirm.

Pingu-Folgen können echte Kameraden nicht ersetzen

Wenn Pierre irgendwann wieder sein richtiges Federkleid hat, dann soll der kleine Pinguin auch wieder zurück in die Wildnis. Da dies aber durchaus noch einige Zeit dauern kann, überlegt der Zoo in Perth derzeit, ihn in einem anderen Zoo unterzubringen, in dem es andere Nördliche Felsenpinguine gibt. Denn die 157 Pingu-Folgen, die alle nur je fünf Minuten lang sind, werden dem Pinguin auf Dauer wohl nicht die echten Kameraden ersetzen können.

Pierre ist übrigens nicht der erste Felsenpinguin, der sich nach Australien verirrt hat. Im November 2016 waren innerhalb weniger Tage schon mal zwei der seltenen Pinguine an zwei unterschiedlichen Stränden in Australien gefunden worden. Die Pinguine Rocky und Howie, wie sie später getauft wurden, wurden ebenfalls in Australien wieder aufgepäppelt, bevor sie im Oktober 2017 schließlich in den Tiergarten Schönbrunn in Wien umzogen.

Nördliche Felsenpinguine sind eine der seltensten Pinguinarten der Welt

Nördliche Felsenpinguine sind eine der seltensten Pinguinarten der Welt. Schätzungen zufolge gibt es nur rund 240.000 Brutpaare. Die Art ist für ihre charismatische Persönlichkeit und ihre charakteristischen Groucho-Marx-Augenbrauen bekannt. Im Gegensatz zu anderen Pinguinen, die bäuchlings übers Eis rutschen, hüpfen die Nördlichen Felsenpinguine lieber.

Pinguine sind aber nicht die einzigen, die sich gerne Pinguine anschauen. Auch der Mensch hat ein Faible für die “Frackträger”. Seitdem der australische Naturpark Phillip Island seine allabendliche Pinguinparade auf der Insel live ins Internet stellt – auf dem Youtube-Kanal “Live Penguin TV” –, schalten jeden Tag Hunderttausende Menschen aus aller Welt ein. Viele können sich gar nicht satt daran sehen, wie die knuffigen Zwergpinguine, die in Australien zu Hause sind, nach einem Tag im Meer zum Sonnenuntergang wieder zurück an Land watscheln.

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