Paula hat zwei Mütter: Paar kämpft für rechtliche Gleichstellung

  • Seit 2017 ist die Ehe für alle geöffnet, queere Eltern haben aber nicht die gleichen Rechte wie heterosexuelle.
  • Die Akkermanns aus dem Landkreis Hildesheim wollen dies nicht hinnehmen.
  • An diesem Mittwoch entscheidet das Oberlandesgericht Celle über ihren Fall.
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Celle. Für eine rechtliche Gleichstellung von queeren Familien kämpft ein Frauenpaar aus dem Landkreis Hildesheim - an diesem Mittwoch wird hierzu eine Entscheidung des Oberlandesgerichts (OLG) Celle erwartet. Konkret geht es darum, ob die einjährige Paula auch rechtlich zwei Mütter hat und ob beide in ihre Geburtsurkunde einzutragen sind.

Gesa Teichert-Akkermann brachte das Mädchen im Februar 2020 zur Welt, ihrer Ehefrau Verena Akkermann steht nach derzeitiger Rechtslage nur das zuweilen langwierige Verfahren der Stiefkindadoption offen. Dies ist aus Sicht der beiden Frauen eine „verfassungswidrige Diskriminierung“. Denn in heterosexuellen Beziehungen werde vor dem Ausstellen der Geburtsurkunde auch nicht überprüft, ob der Ehepartner der biologische Vater sei.

Rund 14.000 Kinder in Deutschland betroffen

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Die Anträge der Familie auf Änderung von Paulas Geburtsurkunde sowie auf Anerkennung von Verena Akkermann als zweiter Elternteil waren in erster Instanz von den Amtsgerichten in Hannover und Hildesheim abgewiesen worden. Sollte auch das OLG die Anträge abweisen, wäre nur noch eine Verfassungsbeschwerde möglich. Die Entscheidung wird den Beteiligten schriftlich übermittelt, wie das Gericht mitteilte. In einer zweistündigen Anhörung hatte sich der zuständige Familiensenat des OLG im Januar mit dem Fall der Akkermanns beschäftigt.

Nach Angaben der Gesellschaft für Freiheitsrechte wachsen bundesweit etwa 14.000 Kinder mit nicht-heterosexuellen Eltern auf. Von der rechtlichen Benachteiligung seien viele lesbische Paare betroffen, aber auch Paare, bei denen ein Partner keinen Geschlechtseintrag oder einen Divers-Eintrag habe. Inzwischen gibt es eine Bewegung von Paaren, die nicht den Weg über die Stiefkindadoption gehen wollen.

Das OLG Celle ist nicht das erste hohe Gericht, das sich mit der Elternschaft eines lesbischen Paares beschäftigt. Im Herbst 2018 urteilte der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe, dass Frauen-Paare nicht automatisch gemeinsam Eltern werden könnten - trotz der Einführung der Ehe für alle. Notwendig sei eine Reform des Abstammungsrechts, hieß es damals. Dem Bundesjustizministerium zufolge ist eine solche Reform in Arbeit.

RND/dpa

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