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Parzinger fordert Taskforce gegen neues Sicherheitsrisiko in Museen

Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, fordert eine Taskforce für Sicherheitsprobleme in Museen.

Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, fordert eine Taskforce für Sicherheitsprobleme in Museen.

Berlin. Der Einbruch in das Grüne Gewölbe in Dresden markiert aus Sicht des Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, eine neue Bedrohung für die Sicherheit von Museen. "Ich sehe hier eine erhöhte Gefährdungslage für Museen", sagte Parzinger am Dienstag in Berlin.

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Deswegen sollten sich "Ermittlungsbehörden wie Bundeskriminalamt, Landeskriminalämter und Sicherheitsfachleute der Museen zusammensetzen und beraten, wie darauf reagiert werden kann". Parzinger fordert konkrete Schritte: "Wir sollten eine kleine Taskforce einsetzen, die sich genau darüber Gedanken macht aufgrund dieser ganz spezifischen neuen Gefährdungslage."

Parzinger sieht Museen vor neuer Herausforderung

Parzinger, dessen von Bund und Ländern getragene Stiftung mit mehr als 20 Museen, Sammlungen, Bibliotheken, Instituten und Archiven zu den weltweit größten Kultureinrichtungen zählt, sieht Museen vor einer neuen Herausforderung. "Hier sind offenbar irgendwelche Gruppierungen oder Organisationen wirklich hinter dem Material her." Es gehe nicht darum, einen Munch zu stehlen, einen Picasso oder ein anderes berühmtes Kunstwerk, das leicht zu identifizieren sei. "Es geht jetzt offenbar um den Materialwert. Auf barbarische Weise wird geplündert wie etwa die sächsische Schatzkammer. Die Gefahr ist sehr groß, dass die einzelnen Preziosen dann zerlegt werden, die Diamanten und andere Edelsteine herausgelöst und möglicherweise geschliffen werden, damit man nicht erkennt, dass es alte Stücke sind, und sie weiterverkauft."

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Die Täter seien bereit, "Kunst von höchst symbolischem Wert wie in Dresden zu zerstören aufgrund des Materialwerts", sagte Parzinger. "Das ist schon eine neue Dimension, auch die kriminelle Energie, die dahinter steckt."

Stiftungschef sieht Parallelen zum Diebstahl einer Goldmünze in Berlin

Der Stiftungschef sieht Parallelen zum spektakulären Diebstahl einer Goldmünze in Berlin. Im März 2017 war die 100 Kilogramm schwere "Big Maple Leaf" mit Goldwert von damals knapp 3,75 Millionen Euro gestohlen worden. Wie nun in Dresden müsse es "auch mit der Goldmünze gewesen sein, die künstlerisch nicht so wertvoll war. Aber es waren 100 Kilo Gold, die offenbar zerstückelt und eingeschmolzen wurden."

Währenddessen haben sich die Dresdner Kunstsammlungen (SKD) bis zum Einbruch in ihre Schatzkammer Grünes Gewölbe sicher gefühlt. SKD-Chefin Marion Ackermann und weitere leitende Angestellte verteidigten am Dienstag das bisherige Sicherheitskonzept. Es gebe in den Sammlungen mehrere Sicherheitszentralen, die mit jeweils zwei Personen rund um die Uhr besetzt sind, hieß es. Pro Jahr würden für Sicherheit acht Millionen Euro ausgegeben. Die Anzahl der Ausbildungstage im Sicherheitsgewerbe seien erhöht worden. Die Ausgaben für Sicherheit stiegen von Jahr zu Jahr.

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Der kaufmännische Direktor des Grünen Gewölbes, Dirk Burghardt, hat außerdem das Vorgehen des Sicherheitspersonals beim Einbruch in das Residenzschloss verteidigt. Einer der beiden Wachleute habe sich dafür entschieden, die 110 zu wählen und nicht den Alarmknopf zu drücken. Dieser signalisiere nur, dass etwas nicht in Ordnung sei. Dank des direkten Drahts zur Polizei habe das Gespräch gleich aufgezeichnet werden können. Innerhalb "kürzester Zeit" hat es laut Burghardt drei Alarmierungen gegeben, zudem habe der Täter mit "brachialer Gewalt" auf die Vitrine eingeschlagen. Angesichts dieser Situation habe sich der Wachmann dafür entschieden, nicht zum Tatort zu gehen, sondern die Polizei am Diensteingang in Empfang zu nehmen.

RND/dpa

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