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Partys, Paraden, Fahrraddemo: Wie feiert Deutschland den Christopher Street Day?

  • Auch in diesem Jahr sind deutschlandweit Demonstrationen, Denk- und Festtage im Rahmen des Christopher Street Days (CSD) geplant.
  • Wegen der Corona-Pandemie rudern einige Organisatoren nun aber zurück und sagen Veranstaltungen ab.
  • Eine Übersicht darüber, wie wo und wann gefeiert wird.
Maike Huckschlag
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Musik, bunte Outfits und Tausende Menschen, die auf den Straßen friedlich demonstrieren: Diese Bilder verbindet man üblicherweise mit dem Christopher Street Day, der seit vielen Jahren an verschiedenen Orten der Welt stattfindet. Doch in diesem Jahr finden viele Events in etwas abgespeckter Version statt, so kamen in München letztes Wochenende laut Angaben der Münchner Polizei rund 5000 Demonstranten und Demonstrantinnen in einer dezentralen Demo­aktion an 64 Demo­spots zusammen. Allein 1000 Leute beteiligten sich an einer Fahrrad­sternfahrt zur berühmten Theresienwiese. Die New Yorker Pride Parade hingegen, die eine besondere Rolle mit New York als Ursprungsort der homosexuellen Emanzipations­bewegung spielt, fand Ende Juni pandemie­bedingt unter dem Motto „The Fight Continues“ (der Kampf geht weiter) größtenteils virtuell statt. Eine Übersicht darüber, wie der CSD in den kommenden Wochen in Deutschland und der Welt gefeiert wird.

Köln plant mit einer Parade

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In Köln findet als Höhepunkt der diesjährigen Pride Cologne, die vom 21. August bis zum 5. September andauert, am 29. August eine CSD-Parade statt. Nachdem diese aufgrund der Corona-Pandemie im letzten Jahr durch eine Fahrrad­sternfahrt ersetzt worden war, dürfen in diesem Jahr wieder Fahrzeuge und Fußgänger an der Parade teilnehmen. Allerdings gilt die 3‑G-Regel: geimpft, genesen oder getestet. Zudem führt der Demonstrations­zug über sehr breite Straßen, damit der nötige Sicherheitsabstand eingehalten werden kann. Die Parade beginnt um 12 Uhr am Ubierring.

Berlin erwartet 20.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Nachdem im letzten Jahr die Berlin Pride corona­bedingt ausfallen musste, gehen die Veranstalter in diesem Jahr von circa 20.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus. Am 24. Juli wird der 43. Berliner CSD mit einer „nahezu reinen Demo mit Protestzug­charakter“ durch die Hauptstadt ziehen, wie es auf der Seite der Veranstalter heißt. Allerdings behalten sich die Veranstalter vor, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer weitestgehend auf den Konsum alkoholischer Getränke verzichten, da dies „beeinflussend auf die Wahrnehmung beziehungsweise Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln wirken“ könne. Teilgenommen werden könne sowohl zu Fuß als auch mit Fahrzeugen. Für ein Fahrzeug bedarf es allerdings einer Anfrage an das Büro des Vorstands der Veranstalter und der Demoleitung.

Die Veranstalter des Bonner CSD „Beethovens Bunte“ hingegen haben schon am 17. Mai bekannt gegeben, dass dieser aufgrund des aktuellen Pandemie­geschehens nicht stattfinden werde. Begründet wird dies vor allem mit finanziellen Engpässen. Auf der Homepage heißt es: „Die Maßnahmen, die zur Veranstaltung nötig sind, sprengen unseren finanziellen Rahmen.“ Hinzu komme, dass die Anforderungen der Stadt Bonn die Veranstalter, einen kleinen Verein, an ihre Kapazitäts­grenzen stoßen lassen, auch wenn diese „alle Maßnahmen nachvollziehen können“. Jedoch soll ein Ersatztermin am Ende dieses Jahres stattfinden.

Hamburg plant eine Fahrrad­demo

Auf der Hamburger Homepage des CSD heißt es: „Ein CSD gehört auf die Straße und ist kein Zoom-Meeting.“ Mit Hygiene­konzepten und Verantwortung wollen die Organisatoren zumindest Veranstaltungen stattfinden lassen, die „verantwortbar“ seien. So wird es in diesem Jahr zwei „Pride Weeks“ geben. Am 24. Juli sollen diese mit der „Pride Night auf Kampnagel“ um 20 Uhr offiziell begonnen werden. Geplant sind unter anderem Talks, Lesungen und Live­musik, die anschließende Opening-Party „muss corona­bedingt“ aber ausfallen, heißt es auf der Homepage der Veranstalter. Den Höhepunkt der Pride Weeks bildet die anschließende Fahrrad­demonstration am 7. August. Allerdings lassen die Veranstalter noch offen, wie genau die Demonstration stattfinden soll. Dies sei abhängig „von den Rahmen­bedingungen der Corona-Schutz­verordnung in Hamburg“, schreiben sie.

Auch in London soll der Christopher Street Day in diesem Jahr mit einer Parade zelebriert werden. Entgegen der deutschen Zurückhaltung soll am Wochenende des 11. Septembers „The UK’s biggest, most diverse Pride“ unter dem Motto „Visibility, Unity and Equality“ (Sichtbarkeit, Einheit und Gleichheit) gefeiert werden, heißt es auf der Homepage der Veranstalter. Rund 35.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwarten die Veranstalter zu ihrem Event. Bezüglich der Corona-Pandemie heißt es: „We will of course be following UK Government advice with all of our events and parade and will continue to advise participants and audience members of any changes we make to the events.“ Sollte Premier Boris Johnson weiterhin an der Aufhebung aller Corona-Maßnahmen trotz steigender Neuinfektions­zahlen ab dem 19. Juli festhalten, müssen sich die Veranstalter nicht an Maskenpflicht oder Abstandsregeln halten.

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