Partnerin verbrannt: Neuauflage soll Tatmotiv klären

  • Warum ein Mann seine Ex-Partnerin tötete, klärt ein Gericht in Stuttgart.
  • Der Bundesgerichtshof hob das vorherige Urteil wegen formaler Fehler auf.
  • Der Mann hatte seine Freundin 2017 wohl wegen Sorgerechtsstreitigkeiten getötet.
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Stuttgart. Im Fall einer getöteten jungen Frau aus Backnang (Rems-Murr-Kreis) hat am Stuttgarter Landgericht die Neuauflage des Prozesses begonnen. Ihr damals 24-jähriger Lebensgefährte hatte die 22-Jährige in ihrer Wohnung erwürgt, die Leiche in einer Mülltonne aus dem Haus geschafft, verbrannt und auf dem Kompost einer Schrebergartenanlage entsorgt.

Die äußeren Umstände seiner Tat werden nicht erneut verhandelt. In der Neuauflage müsse vor allem das Tatmotiv des Mannes geklärt werden, sagte ein Sprecher des Landgerichts am Mittwoch. 2018 hatte das Landgericht den Mann wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Seine Revision beim Bundesgerichtshof (BGH) war teilweise erfolgreich. Der BGH hob wegen eines formalen Fehlers das erste Urteil auf.

Formaler Fehler um das Motiv des Angeklagten

Demnach war die Anklage damals davon ausgegangen, dass der Mann seine Partnerin im Jahr 2017 tötete, um den Verlust des Sorgerechts für den gemeinsamen Sohn zu verhindern. Die Strafkammer wich im Urteil davon ab. Sie ging davon aus, dass der Mann das Sorgerecht auch deshalb behalten wollte, um als Vater eine Freiheitsstrafe für andere Betrugstaten zu vermeiden. Ein Hinweis auf diese Abweichung fehlte in der damaligen Hauptverhandlung. Nach dem Prozessauftakt am Mittwoch sind bis zum 10. Juni sechs weitere Verhandlungstermine angesetzt.

RND/dpa

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