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  • Paris: Rassismus-Beleidigung, Prügel und Tränengas gegen Schwarzen - Polizisten suspendiert

Paris: Polizisten suspendiert, nachdem sie Schwarzen verprügelten

  • Eine Videoaufnahme zeigt, wie mehrere französische Polizisten einen schwarzen Mann verprügeln, der ohne Maske unterwegs war.
  • Zudem attackierten sie ihn mit Tränengas.
  • Nun wurden mehrere Beamte suspendiert.
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Paris. Der französische Innenminister Gerald Darmanin hat die Suspendierung mehrerer Pariser Polizisten angeordnet, nachdem diese Videoaufnahmen zufolge ohne ersichtlichen Grund einen Schwarzen verprügelt hatten. Die Veröffentlichung der Aufnahmen fällt zeitlich zusammen mit Bestrebungen der Regierung, das Filmen von Polizisten einzuschränken. Dagegen haben Bürgerrechtsorganisationen und Journalisten protestiert, die befürchten, dass es die Aufdeckung von Polizeibrutalität verhindert.

Die Nachrichtenseite Loopsider veröffentlichte am Donnerstag Aufnahmen der Festnahme des Musikproduzenten, von dem nur der Vorname Michel genannt wurde. Drei Polizisten folgten ihm in sein Musikstudio, nachdem sie ihn offenbar ohne Maske auf der Straße gesehen hatten, wie Loopsider berichtete. Die Aufnahmen stammten von einer Überwachungskamera in dem Studio und von Nachbarn, die von draußen filmten. Sie zeigten, wie Polizisten Michel wiederholt schlugen, auch mit einem Knüppel.

Erst prügelten die Polizisten, dann warfen sie eine Tränengasgranate

Die Polizisten hätten das Studio dann verlassen und eine Tränengasgranate hineingeworfen, berichtete Loopsider. Neun weitere Personen, die im Keller des Studios Musik aufgenommen hätten, seien ebenfalls geschlagen worden. Michel sagte Loopsider, die Polizisten hätten ihn wiederholt rassistisch beleidigt und 48 Stunden in Gewahrsam genommen.

Politik will Aufnahmen von Polizeieinsätzen verbieten

Darmian twitterte, die Aufsichtsbehörde IGPN untersuche den Fall. Er wolle ein baldiges Disziplinarverfahren, schrieb er. Die Staatsanwaltschaft leitete ebenfalls Ermittlungen ein.

Das Unterhaus des Parlaments hatte am Dienstag einen Gesetzesentwurf verabschiedet, mit dem es verbieten will, Aufnahmen von Polizisten zu veröffentlichen, um ihnen Schaden zuzufügen. Das Gesetzesvorhaben geht nun an den Senat.

RND/AP

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