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Schutz vor Corona: In Paris tritt Maskenpflicht im Freien in Kraft

  • Seit Montag muss in Teilen von Paris auch im Freien ein Mund- und Nasenschutz getragen werden.
  • Die französische Hauptstadt folgt damit den Städten Nizza und Marseille.
  • Angesichts steigender Infektionszahlen fürchtet Frankreich eine zweite Pandemie-Welle.
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Paris. Mit dem Wetterbericht hat die Polizei-Präfektur von Paris ihre Entscheidung nicht abgestimmt - sonst hätte sie mit der Einführung einer Maskenpflicht in einigen Bereichen im Freien wohl noch abgewartet, bis die Temperaturen in der französischen Hauptstadt wieder unter 35 Grad fallen. Ausgerechnet während der aktuellen Hitzewelle wurde beschlossen, dass seit Montagmorgen alle Einwohner und Besucher über elf Jahren in besonders belebten Straßen, Einkaufsmeilen und auf offenen Märkten einen Mund-Nasen-Schutz tragen müssen. Dazu gehören etwa die Ufer der Seine, der Montmartre-Hügel, beliebte Einkaufsmeilen, Ausgehviertel vor allem im Osten der Stadt sowie die Bereiche um Touristen-Attraktionen wie dem Eiffelturm und der Basilika Sacré-Cœur.

Insgesamt sind mehr als 100 Straßen in allen Bezirken der Metropole betroffen. “Es ging nach dem Kriterium, dass an einem Ort viele Menschen unterwegs sind und es schwierig ist, die Abstandsregeln einzuhalten”, erklärte Nicolas Nordman, im Rathaus zuständig für die Sicherheit. Soll in den ersten zwei Wochen noch Nachsicht walten, müssen spätestens danach alle, die in den ausgewiesenen Orten ohne Gesichtsmaske unterwegs sind, eine Geldbuße in Höhe von 135 Euro bezahlen.

Nicht überall Akzeptanz

Die Maßnahme gilt vorerst für einen Monat und kann im Anschluss verlängert werden. Begründet hat sie die Präfektur mit der Tatsache, dass “alle Indikatoren anzeigen, dass das Virus wieder aktiver in der Region zirkuliert”. Betroffen von der neuen Regel sind auch zahlreiche Vororte von Paris. Andere französische Städte wie Nizza, Marseille und Toulouse haben zuvor bereits eine Maskenpflicht im Freien eingeführt. Landesweit gilt diese seit Mai in allen öffentlichen Transportmitteln und seit 20. Juli in geschlossenen öffentlich zugänglichen Gebäuden wie Geschäften, Einkaufszentren, Banken und Gemeindeämtern.

Allerdings ist die Pflicht zur Maske nicht überall gut akzeptiert, da die französischen Behörden bei Ausbruch der Pandemie zunächst von deren Tragen abrieten - auch weil während der ersten Wochen und sogar Monate nicht genügend Schutzmasken vorhanden waren und es Probleme bei der Nachbestellung gab. Das schürte Misstrauen gegenüber der Regierung.

Frankreich stark betroffen

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Frankreich ist mit mehr als 30.300 Menschen, die infolge einer Infizierung mit dem Coronavirus gestorben sind, stark betroffen. Zuletzt stieg die Zahl der Neuinfektionen wieder auf mehr als 2300 an einem einzigen Tag an, besonders unter jungen Erwachsenen, die meist wenige Symptome haben, das Virus aber weiter verbreiten können. Der von der Regierung eingesetzte wissenschaftliche Experten-Rat bezeichnete eine nahende zweite Welle als “sehr wahrscheinlich”, wenn nicht stärker gegengesteuert werde, vor allem durch die Kontrolle großer Menschen-Ansammlungen.

Verbesserungswürdig seien unter anderem der Zugang zu Tests sowie die Beteiligung der Bürger, die im Falle eines möglichen neuerlichen Lockdowns miteinbezogen werden müssten, so der wissenschaftliche Experten-Rat. Am Wochenende kamen im südfranzösischen Departement Lozère, das bislang von der Pandemie verschont war, mehr als 10.000 Personen zu einer nicht genehmigten Rave-Party. Dabei sind Zusammenkünfte mit mehr als 5000 Menschen in Frankreich verboten.

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