Papst Franziskus spricht ermordete Nonne selig

  • Vor 21 Jahren töten drei Mädchen eine Nonne in Italien auf brutale Weise.
  • 19 Mal stechen die Jugendlichen auf die Ordensfrau ein.
  • Nun würdigt Papst Franziskus das Opfer und spricht Schwester Maria Laura Mainetti selig.
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Rom. Genau 21 Jahre nach ihrer Ermordung durch mutmaßliche Satanistinnen ist eine italienische Nonne als Märtyrerin der katholischen Kirche selig gesprochen worden. Vor der Zeremonie im lombardischen Ort Chiavenna würdigte Papst Franziskus Schwester Maria Laura Mainetti. Sie sei von drei Mädchen ermordet worden, die von einer „satanischen Sekte beeinflusst“ gewesen seien, erklärte er.

Mit Ziegel geschlagen

Nach Angaben katholischer Geistlicher verließ Mainetti am 6. Juni 2000 nachts ihr Kloster, nachdem eines der Teenagermädchen sie angerufen und behauptet hatte, sie sei vergewaltigt worden, nun schwanger und brauche Hilfe. Staatsanwälten zufolge war das aber nur ein Trick, um die Nonne herauszulocken. Wiederholt wurde sie mit einem Ziegel oder Stein geschlagen, dann stachen die Angreiferinnen in einer unbeleuchteten Gasse 19 Mal auf die 60-jährige Ordensfrau ein.

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Die damaligen Jugendlichen sagten bei Verhören aus, dass die Nonne noch während der Attacke Gott gebeten habe, ihnen zu verzeihen, wie italienische Medien berichteten. Die Mädchen wurden zu Haftstrafen von achteinhalb bis zwölf Jahren und acht Monaten verurteilt und sind inzwischen entlassen worden. Zwei Verurteilte waren zum Tatzeitpunkt 16 Jahre alt, die andere 17. Daher ergingen die Schuldsprüche nach dem Jugendstrafrecht.

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Nonne habe jungen Menschen geliebt

In Texten der damaligen Teenagerinnen sollen Kritzeleien über den Teufel gefunden worden sein. Dies verleitete Staatsanwälte zu der Annahme, dass Faszination von Satanismus offenbar das Tatmotiv gewesen sei. Später soll eine der Jugendlichen allerdings Ermittlern laut Medienberichten gesagt haben, dass sie die Nonne getötet hätten, um „mal etwas anderes zu machen“.

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In einer Predigt vor Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom sagte Papst Franziskus über Mainettis Seligsprechung, dass sie „junge Menschen mehr als alles andere geliebt“ habe. Sie habe auch diese Mädchen geliebt und ihnen vergeben. In der katholischen Kirche ist eine Seligsprechung der letzte formale Schritt vor einer möglichen Heiligsprechung.

RND/AP

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