Panzerbesitzer und Waffensammler muss vor Gericht

  • Ein Waffensammler aus dem Kreis Plön hortete schweres Kriegsgerät in seiner Villa.
  • Neben Granatwerfern, einer Flugabwehrkanone und einem Torpedo besaß der 84-Jährige sogar einen Panzer.
  • 2015 wurde alles beschlagnahmt, nun muss sich der Mann Ende Mai vor Gericht verantworten.
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Schweres Kriegsgerät und Nazikunst – all das hortete ein 84-Jähriger auf seinem Grundstück im schleswig-holsteinischen Heikendorf (Kreis Plön). Bei dem Großeinsatz in bester Villenlage stießen Polizei, Staatsanwaltschaft und Bundeswehr an jenem Morgen im Juli 2015 auch auf einen 40 Tonnen schweren Kampfpanzer aus dem Zweiten Weltkrieg.

Sie staunten sicherlich nicht schlecht, als sie einen nicht mehr fahrbereiten „Panther“ aus der Kellergarage gezogen. Sichergestellt wurden nach Angaben der „Kieler Nachrichten“ („KN“) auch ein sieben Meter langer Torpedo, ein Mörser (Granatwerfer, Kaliber 5 cm) und eine Flugabwehrkanone („Flak“) Baujahr 1943 (Kaliber 8,8).

Späte Verhandlung wegen Überlastung der Strafkammer

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Sechs Jahre nach der Aushebung des Waffenarsenals muss sich der heute 84-jährige Sammler nun vor dem Kieler Landgericht verantworten, berichten die „KN“. Demnach beginnt am 28. Mai der Prozess wegen unerlaubten Besitzes von Waffen und Munition. Bereits Ende 2016 legte die Kieler Staatsanwaltschaft die Vorwürfe gegen den ehemaligen Finanzmakler vor. Doch wegen Überlastung der zuständigen Strafkammer wartete die Anklage nach „KN“-Informationen viereinhalb Jahre auf die Verhandlung.

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Wird der Mann verurteilt, sieht das Gesetz eine ein Jahr bis fünf Jahre lange Haftstrafe vor. Der Verteidiger des Waffensammlers spricht in der „KN“ allerdings von „Museumsstücken“, die sein Mandant gesammelt habe. Auch wegen des Alters seines Klienten will sich der Kieler Rechtsanwalt um eine Verständigung mit der Staatsanwaltschaft und dem Gericht bemühen.

84-Jähriger hat eine Leidenschaft für Nazikunst

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Der Verdächtige war wegen seiner Leidenschaft für Nazikunst ins Visier der Ermittler geraten. Im Mai 2015 waren bei einem pfälzischen Unternehmer in Bad Dürkheim die sogenannten Hitler-Pferde beschlagnahmt worden. Die beiden lebensgroßen Bronzerösser, die der NS-Bildhauer Josef Thorak in den 1930er-Jahren für die Berliner Reichskanzlei entwarf, standen zeitweise im Garten des Angeklagten, berichteten damals die „KN“.

RND

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