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  • Pakistan: Ehepaar prügelt achtjährige Haushälterin tot - weil sie einen Papagei freiließ

Ehepaar in Pakistan prügelt Haushälterin (8) tot - weil sie Papageien freiließ

  • Ein grausames Verbrechen erschüttert Pakistan.
  • Obwohl Kinderarbeit dort verboten ist, arbeitete ein acht Jahre altes Mädchen im Haushalt einer Familie.
  • Nachdem das Kind beim Käfigputzen aus Versehen die Papageien der Eheleute freiließ, misshandelten sie das Kind so stark, dass es im Krankenhaus starb.
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Islamabad. Die Tötung einer Achtjährigen hat in Pakistan zu einem Aufschrei in den sozialen Medien geführt. Die junge Haushälterin sei von einem Ehepaar am vergangenen Freitag misshandelt worden, nachdem sie versehentlich Papageien freigelassen habe, sagte ein Polizeibeamter am Freitag. Zuvor hatte “Bild” berichtet. Die Polizei hat das Paar festgenommen, es sei derzeit in Untersuchungshaft.

Laut Polizei war das Mädchen am Sonntag an seinen schweren Verletzungen in einem Krankenhaus in Rawalpindi nahe der Hauptstadt Islamabad gestorben. Eine Autopsie ergab, dass es mehrfach in den Bauch getreten und geschlagen wurde. In den sozialen Medien sorgte ihr Tod für einen Aufschrei. Unter dem Hashtag #JusticeForZohraShah drücken nicht nur Pakistani ihre Abscheu aus. Menschenrechtsministerin Shireen Mazari versprach, den Fall vor Gericht zu bringen.

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Familie beschäftigt Kind illegal - und will im Gegenzug für eine Ausbildung sorgen

Nach Polizeiangaben hatte das Ehepaar die Achtjährige verprügelt, nachdem die Papageien der Familie entflogen waren, der Ehemann soll im Verhör gesagt haben, die Tiere seien teuer gewesen. Das Kind habe die Vögel füttern wollen und den Käfig geöffnet, erklärte der Polizeibeamte, daraufhin konnten die Tiere entkommen.

Das tote Mädchen soll aus einer bettelarmen Familie 500 Kilometer von Islamabad entfernt stammen. Vor vier Monaten hat sie laut eines Berichts des britischen “Telegraph" bei der Familie als Hausmädchen begonnen. Sie sollte hauptsächlich das einjährige Kind der Familie betreuen und das Haus der Familie in Ordnung halten. Offenbar hatte das Ehepaar der Familie versprochen, dem Mädchen im Gegenzug eine Ausbildung zu ermöglichen.

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Menschenrechtsaktivisten hoffen auf “George-Floyd-Moment” in Pakistan

Der Tod des Mädchens löste in Pakistan erneut eine Debatte über die Beschäftigung von Kindern als Hausangestellte aus. Die Praxis ist in dem südasiatischen Land zwar verboten - erst ab 15 Jahren ist eine Erwerbstätigkeit erlaubt -, aber viele setzen sich darüber hinweg.

Die Menschenrechtsaktivistin Farzana Bari sagte: “Solche schrecklichen Vorfälle haben unsere Gesellschaft viele Male erschüttert.” Kinder würden oft in einer Umgebung des Missbrauchs arbeiten. “Diesmal müssen wir alle dafür stehen, um einen George-Floyd-Moment in Pakistan auszulösen”, sagte sie mit Blick auf die Proteste gegen Rassismus in den USA nach dem Tod eines Afroamerikaners. Der Aktivist Taimur Kamal forderte, die Regierung müsse für eine Einhaltung des Verbots sorgen.

RND/dpa/msk

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