Extreme Orkanböen: Brockenbahn stellt Betrieb ein – Schäden in NRW

  • Nach einem sonnigen Samstag bringt ein neues Tief vielerorts wieder Regen und Sturm nach Deutschland.
  • Ausläufer des Orkantiefs "Victoria“ erreichen vor allem die Nordwesthälfte und Teile der Mitte Deutschlands.
  • Auch über Großbritannien fegt ein Sturm, Experten rechnen mit noch größeren Schäden als am vergangenen Wochenende.
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Wernigerode. Die Ausläufer eines Sturmtiefs bei Island sind am Sonntag bis nach Deutschland gelangt. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am frühen Sonntagmorgen mitteilte, ist im Westen und Norden mit Sturmböen zu rechnen, auf den Bergen und an der Nordsee sogar mit orkanartigem Sturm.

Im Harz strichen am Sonntag die Harzer Schmalspurbahnen (HSB) wegen heftiger Böen mehrere Fahrten auf den Brocken. Das teilte das Unternehmen auf seiner Internetseite mit. Die Dampfzüge würden nur bis oder ab Schierke – unterhalb des Gipfels – verkehren. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist auf dem höchsten Berg des Landes für Sonntag mit extremen Orkanböen von mehr als 140 Stundenkilometern zu rechnen. Das Unwetter mit ortsweise Regen soll die kommenden Tage anhalten. Auch im Tiefland kann es laut DWD stürmisch werden. Die Temperaturen sollen zeitweise im milden zweistelligen Bereich liegen.

Auf dem Brocken hatte erst vor einer Woche Sturmtief "Sabine" für extreme Orkanböen mit Spitzenwerten von 171 Kilometern pro Stunde gesorgt. Die HSB stellte ihren Betrieb daher zeitweise ein.

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Richtiges Verhalten bei Unwetter
0:59 min
Wie bringt man sich bei Sturm und Gewitter in Sicherheit?  © RND

Sturm bei Aachen: Baum auf Bahnstrecke

Ausläufer des Orkantiefs „Victoria“ fegten am Sonntagmorgen mit schweren Sturmböen auch über NRW. Dabei erreichte der Wind vor allem in der Eifel und im Aachener Raum Geschwindigkeiten um die 100 Stundenkilometer, wie eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes sagte. Am Morgen fiel dadurch ein Baum auf die Bahngleise zwischen Aachen Hauptbahnhof und Herzogenrath, wie die Feuerwehr mitteilte. Ein Zug musste geräumt werden. Verletzte gab es nicht. Es kam zu Verspätungen und Teilausfällen bei Regionalbahnen, wie die Deutsche Bahn berichtete.

Außergewöhnlich milde Temperaturen

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Die Temperaturen steigen am Sonntag laut DWD auf außergewöhnlich milde Höchstwerte zwischen 14 Grad im Nordosten und bis 18 Grad im Südwesten. Am Oberrhein werden teils bis 21 Grad erwartet. Der Himmel sei überwiegend bewölkt und gebietsweise könne es längere Zeit regnen.

In der Nacht zum Montag könne es noch stürmisch bleiben, erst in der zweiten Nachthälfte lasse der Wind wieder nach, hieß es. Die neue Woche bringt wahrscheinlich unbeständiges Wetter mit stürmischen Böen und für die Jahreszeit milden Temperaturen.

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Möglicherweise zwei Tote durch Sturm in England

In Großbritannien ist Sturm „Dennis“ möglicherweise für den Tod von zwei Menschen verantwortlich. Ein junger Mann wurde am Samstag leblos im Meer an der Südostküste Englands entdeckt. Nach Medienberichten könnte er durch das Unwetter in Not geraten sein. Ein anderer Mann, der von einem Tanker vor der Küste von Kent gefallen war, wurde nach stundenlanger Suche tot geborgen. Der Sturm soll bis Sonntagabend im Land wüten.

Wegen „Dennis“ waren in Großbritannien Hunderte Flüge gestrichen worden. Betroffen waren Zehntausende Passagiere der Airline Easyjet, auch British Airways musste etliche Flüge absagen. Meteorologen rechneten aufgrund starker Regenfälle mit Überschwemmungen; Hunderte Häuser könnten betroffen sein. Der Sturm führte am Samstag bereits zu Störungen im Bahnverkehr und auf Straßen.

RND/dpa/seb

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