Orca verabschiedet sich nach Wochen von totem Nachwuchs

Wochenlang trug eine Orca-Mutter ihr totes Junges mit sich. Jetzt hat sich der Schwertwal endgültig von seinem verstorbenen Nachwuchs verabschiedet.

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Seattle. Mindestens 17 Tage und mehr als 1600 Kilometer hatte eine Orca-Mutter ihren toten Nachwuchs mit sich herumgeschleppt. Immer wieder stieß der Schwertwal den verstorbenen Nachwuchs mit der Nase an, um das kurz zuvor geborene Jungtier über der Wasseroberfläche zu halten.

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Tagelang hat ein Orca sein totes Jungtier immer wieder angestupst, damit es nicht im Meer versinkt.

Jetzt hat sich J35, wie die Orca-Mutter offiziell heißt, endgültig von ihrem Nachwuchs getrennt. Das berichtet das Center for Whale Research im US-Bundesstaat Washington auf seiner Internetseite. Das Verhalten des Tieres beschrieben die Wissenschaftler als erstaunlich verspielt. Bilder zeigten, dass die Mutter in einem guten körperlichen Zustand zu sein scheint. Das verstorbene Jungtier sei vermutlich auf den Grund gesunken – die Möglichkeit einer Obduktion sei deswegen unwahrscheinlich.

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Nachwuchs überlebte nur kurz

Das Jungtier war am 24. Juli in den Gewässern vor der kanadischen Stadt Victoria auf die Welt gekommen und starb bereits kurze Zeit später. Das Mädchen war nicht einmal eine Stunde alt geworden. Zuvor war es schwimmend gesichtet worden.

Der Tod dieses Schwertwalnachwuchses zeigt nach Angaben der Wissenschaftler die Probleme der Orca-Population an dem Küstenabschnitt im kanadischen British Columbia. Die Tiere sind stark gefährdet. „In den vergangenen drei Jahren sind hundert Prozent der Schwangerschaften in dieser Population gescheitert, weil die Wale nicht genügend Nahrung haben“, erklärte Kenneth Balcomb, Präsident des US-Walforschungsteams. Die Hauptnahrungsquelle der Orcas sind Chinook-Lachse. Diese sind nach Angaben der Wissenschaftler wie die Walpopulation stark gefährdet.

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Verhalten ist nicht ungewöhnlich

Dass Schwertwale oder Delfine ein totes Jungtier über mehrere Tage mit sich tragen, sei nichts Ungewöhnliches, teilten die Forscher weiter mit. Die Tiere hätten eine besonders starke Beziehung zu ihrem Nachwuchs und würden sich manchmal bis zu einer Woche nicht von ihm trennen, hieß es in der Mitteilung.

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Zu der Schwertwal-Population im nordöstlichen Pazifik gehören drei Gruppen. Im Juni 2018 gab es laut Walforschungszentrum 75 Wale; 23 davon in der Gruppe mit dem toten Baby.

Von RND

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