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  • Oppenau/Schwarzwald: Flüchtiger Yves Rausch als "Waffennarr" bekannt und wegen Waffendelikten vorbestraft

Suche nach Flüchtigem in Oppenau: Yves Rausch als “Waffennarr” bekannt

  • Die Polizei sucht weiter nach dem 31-Jährigen, der vier Polizisten in Oppenau im Schwarzwald entwaffnet hat und seitdem auf der Flucht ist.
  • Am Dienstagnachmittag informierten Polizei und Staatsanwaltschaft über den aktuellen Stand der Ermittlungen.
  • Yves Rausch sei wohl als “Waffennarr” bekannt und sehe sich selbst als “Waldläufer”, erklärt Polizeipräsident Reinhard Renter.
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Oppenau. Mit großem Polizeiaufgebot sucht die Polizei in der Region rund um Oppenau im Schwarzwald weiter nach dem 31-jährigen Yves Rausch, der vier Polizisten entwaffnet hatte und seitdem auf der Flucht ist. Der vorbestrafte Mann ohne festen Wohnsitz war am Sonntag im Zuge einer Polizeikontrolle in den Wald geflohen. Zuvor hatte er vier Polizeibeamte, die ihn in einer Hütte am Waldrand aufgesucht hatten, unvermittelt mit gezückter Waffe bedroht und ihnen die Dienstwaffen abgenommen.

Am Dienstagnachmittag informierten Polizeipräsident Reinhard Renter, der Bürgermeister der Schwarzwald-Gemeinde Uwe Gaiser, und der leitende Oberstaatsanwalt Herwig Schäfer über den aktuellen Stand der Ermittlungen.

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Schwarzwald: Dienstwaffenräuber weiter auf der Flucht
1:06 min
Die Polizei ist weiter auf der Suche nach Yves Rausch.  © dpa
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Yves Rausch besetzt unerlaubterweise eine Hütte im Wald

Wie konnte es dazu kommen, dass ein Mann vier Polizisten entwaffnen konnte? Yves Rausch hatte die Hütte widerrechtlich besetzt und sich dort häuslich niedergelassen, berichtet Schäfer. Die Beamten fanden einen Speer, Pfeil und Bogen, dazu trug der Flüchtige eine Weste mit Patronen. Den Aufforderungen der Polizisten, die Waffen auszuhändigen, sei er nachgekommen. Als die Beamten Rausch allerdings aufforderten, die Hütte im Wald zu verlassen, zog er eine Pistole, die die Polizisten zuvor nicht gesehen hatten.

Der 31-Jährige richtete die Waffe auf einen Beamten und forderte sie auf, ihre Pistolen niederzulegen. Weil die Beamten Angst um ihr Leben hatten, kamen sie der Aufforderung nach. Rausch flüchtete mit den Waffen in den Wald. “Sie haben alles richtig gemacht”, sagt Renter über das Verhalten der vier Polizisten. Es sei eine lebensbedrohliche Situation gewesen.

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Yves R. weiter auf der Flucht
2:18 min
Der sich auf der Flucht befindende Yves R. hat bei Oppenau im Schwarzwald kürzlich Polizeibeamte bedroht und konnte danach fliehen.  © Reuters
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Bis zu 440 Einsatzkräfte suchen nach dem bewaffneten Mann

Die Suche nach dem 31-Jährigen dauert seit Sonntag ohne wirklichen Fortschritt an. Im Einsatz waren am Tag der Tat 330 Einsatzkräfte, in der Nacht zu Montag 250. Am Montag sind 440 Kräfte auf der Suche gewesen, später in der Nacht waren es 200. Ebenso sollen 200 Einsatzkräfte am Dienstag nach Yves Rausch suchen. Unter den Einsatzkräften sind unter anderem Beamte der umliegenden Polizeipräsidien, des SEK und der Bundespolizei. Renter stellt klar, dass die Reduzierung des Personals nicht die Suche herunterfahren soll. “Es werden personalintensive Maßnahmen reduziert”, erklärt er.

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Die Suche nach dem Flüchtigen gestalte sich so schwierig, weil das Gelände unwegsam sei. Das Suchgebiet sei etwa 8,6 Quadratkilometer groß. Die Einsatzkräfte müssen dazu rund 300 Höhenmeter überwinden. Der 31-Jährige kenne sich zudem sehr gut in dem Gebiet aus.

“Er sieht sich selbst als Waldläufer, der auf sich alleine gestellt gut klarkommt”

Yves Rausch hält sich in und um Oppenau auf und ist dort wohl als “Waffennarr” bekannt, erklärt Polizeipräsident Reinhard Renter. Er habe im Herbst seine Wohnung verloren, war seitdem obdachlos und arbeitslos. “Er sieht sich selbst als Waldläufer, der auf sich alleine gestellt gut klarkommt”, erklärt Renter. Rausch sei schon oft wegen Waffenvergehen aufgefallen. Mitglied in einem Schützenverein oder Schießsportverein war er nie. Zuletzt wurde er im Jahr 2019 wegen unerlaubten Umgangs mit Sprengmitteln zu neun Monaten auf Bewährung verurteilt. Hinweise auf eine politische Ausrichtung gebe es bei Rausch nicht. Auch das Motiv ist für die Polizei noch ein Rätsel.

Gegen Rausch liegt nun ein nationaler und europäischer Haftbefehl wegen des dringenden Verdachts der besonders schweren räuberischen Erpressung vor. Ihm droht eine Freiheitsstrafe von fünf bis 15 Jahren. Die Polizei hat ein Hinweistelefon eingerichtet. Bürger, die Angaben zum Aufenthaltsort des Flüchtigen machen können, können die Ermittler unter 07 81/21 33 33 erreichen.

2009 schoss Rausch mit einer Armbrust auf eine Frau und verletzte sie schwer

Yves Rausch war den Ermittlungen zufolge schon mehrfach mit der Polizei in Konflikt geraten, unter anderem wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz. 2010 war der Flüchtige zu einer Jugendstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden. Er hatte nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Pforzheim im Jahr zuvor mit einer Sportarmbrust auf eine Frau geschossen und diese schwer verletzt.

Die Schulen in Oppenau waren unterdessen am Dienstag wieder geöffnet, wie Bürgermeister Gaiser sagte. Mit der Polizei war ein Sicherheitskonzept abgestimmt worden. Eltern durften selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder in die Schule schicken wollten oder nicht.

RND/nis/dpa

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