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Reaktionen auf Oktoberfest-Pläne in Dubai: „Wiesn-Wirt, kein Wüstenwirt“

  • Nach der großen Überraschung, die Wiesn in diesem Jahr nach Dubai zu verlegen, reagieren jetzt die Wirte.
  • Während die Veranstalter in Superlativen schwelgen, findet die Idee bei ihnen wenig Zuspruch.
  • Eine große deutsche Brauerei signalisierte allerdings bereits den Willen zur Mitarbeit.
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Ob das Oktoberfest in diesem Jahr in München stattfinden wird, ist bislang noch unklar – gut sieht es dafür aber aktuell nicht aus. Stattdessen wurden aber kürzlich Pläne bekannt, das Volksfest in die Vereinigten Arabischen Emirate zu verlegen: das „Oktoberfest goes Dubai“.

Was nach einer ziemlich verrückten Idee klingt, scheint längst Hand und Fuß zu haben; der Anstich soll am 7. Oktober Punkt 12 Uhr erfolgen – in 32 Zelten gleichzeitig. Doch nicht alle sind von dieser Idee so begeistert wie die Veranstalter.

„Ich bin Wiesn-Wirt und kein Wüstenwirt“

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Während die Welt ob der neuen Nachrichten staunt, reiben sich viele Wiesn-Wirte verwundert die Augen. In der „Süddeutschen Zeitung“ erklärt etwa Ex-Wirtesprecher Toni Roiderer: „Ich bin Wiesn-Wirt und kein Wüstenwirt.“

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Und der offizielle Wiesn-Chef, Münchens Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU), wird noch deutlicher: „Ein Oktoberfest in Dubai, das ist doch wie eine Demonstration für Demokratie in Pjöngjang.“ Und auch andere Wirte sind der Meinung, dass sich die Wiesn nicht einfach mal eben so kopieren lässt.

Weltweit größter Brauereikonzern

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Aber nicht bei allen stößt die Idee auf Widerspruch. Wie die „Bild“-Zeitung meldet, ist der immerhin weltweit größte Brauereikonzern Anheuser-Busch Inbev (Spaten, Franziskaner, Löwenbräu) Teil der geplanten Aktion.

Bernhard Klier, der Chef von Anheuser-Busch Inbev, bestätigte gegenüber der Zeitung: „Wir sind in Gesprächen und bereit, unser Bier zu liefern.“ Allerdings würde es noch keine konkreten Details zur Planung geben.

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Hinter der Idee, die Wiesn in die Wüste zu verlagern, stecken der deutsche Zeitungsverleger Dirk Ippen und der Eventveranstalter Charles Blume. Ihnen zufolge soll das Oktoberfest-Double nicht nur begleitend zur Weltausstellung Expo im Emirat stattfinden, sondern auch das größte Volksfest der Welt werden – und sechs Monate lang dauern.

„Größte Volksfest der Welt“

Mit Superlativen, wie sie auch in dem schwerreichen Emirat üblich sind, werben die Veranstalter schon jetzt. Es handele sich mit Blick auf Fläche und Dauer um das „größte Volksfest der Welt“, heißt es auf einer eigenen Webseite zu dem Event, das vom 7. Oktober bis 31. März laufen soll.

Auch mit der dann längsten Biertheke, dem größten Maibaum und dem größten Bierglas sollen Rekorde geknackt werden. Die Veranstalter rechnen mit vier Millionen Gästen pro Monat.

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Das Münchner Oktoberfest war wegen der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr ausgefallen – und eine Absage wird auch 2021 immer wahrscheinlicher. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben unterdessen schon etwa die Hälfte ihrer Bevölkerung gegen das Virus geimpft.

Beim Oktoberfest in Dubai würden „neueste Hygienekonzepte und Sicherheitsstandards“ gelten, versprachen die Veranstalter.

Mit einem Jahr Verschiebung soll in Dubai ab Oktober und bis März 2022 die internationale Expo-Weltausstellung öffnen. 190 Länder werden unter dem Motto „Connecting Minds, Creating the Future“ daran teilnehmen. Es ist die erste Expo im arabischen Raum.

RND/mh

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