“Das Risiko ist zu hoch”: Oktoberfest fällt wegen Corona aus

  • Bereits seit Tagen mehrten sich die Zeichen, dass es dieses Jahr kein Oktoberfest geben wird.
  • Jetzt ist die Entscheidung gefallen, die Wiesn fällt wegen des Coronavirus aus.
  • Das gaben Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter am Dienstag bekannt.
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München. Das Münchner Oktoberfest fällt in diesem Jahr wegen der Coronavirus-Pandemie aus. Das gaben Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Dienstag bei einer Pressekonferenz in der Staatskanzlei bekannt. “Das Risiko ist zu hoch”, sagte Söder. “Es tut uns weh, es ist unglaublich schade.” Man könne auf dem Festgelände nicht genug Abstand halten, und auch das Tragen eines Mundschutzes sei dort keine Option.

Das Oktoberfest sei „das größte und schönste Fest der Welt“. Söder sagte, er als Ministerpräsident und der Münchner Oberbürgermeister Reiter hätten „normalerweise ein großes Interesse, dass dieses Fest stattfindet“. Doch in Corona-Zeiten gelte es „vorsichtig zu leben“. Ohne Impfstoffe und Medikamente müsse derzeit besonders aufgepasst werden. Die vergangenen Monate aber hätten gezeigt, dass gerade der Après-Ski im österreichischen Ischgl, Starkbierfeste und Karnevalsveranstaltungen „Virenschleudern“ seien, sagte Söder.

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Oktoberfest fällt wegen Virus-Pandemie aus
1:47 min
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder von der CSU begründete die Absage mit der Gefahr eines Wiederaufflammens der Corona-Infektionen.  © Reuters
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Oktoberfest-Absage: “Es ist ein trauriger Tag”

Oberbürgermeister Dieter Reiter sagte bei der Pressekonferenz: “Es ist ein trauriger Tag für mich, da schlagen schon mehrere Herzen in meiner Brust.” Die Veranstaltung nicht stattfinden zu lassen, sei “eine bittere Pille”, auch aus wirtschaftlicher Sicht. “Wir haben uns diese Entscheidung wirklich nicht leicht gemacht."

Am vergangenen Mittwoch hatten Bund und Länder beschlossen, Großveranstaltungen zunächst bis Ende August zu verbieten. Das Oktoberfest ist vom 19. September bis 4. Oktober geplant - demnach wäre die Wiesn theoretisch durchführbar gewesen. Allerdings sehen Experten bis dahin zu wenig Zeit, um Medikamente und Impfungen zu entwickeln.

Wirtschaft trifft die Oktoberfest-Absage hart

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Rund sechs Millionen Besucher aus aller Welt kommen alljährlich zur Wiesn nach München. In der Enge der oft bis auf den letzten Platz besetzten Bierzelte, aber auch im Gedränge der Gassen draußen wäre ein Sicherheitsabstand von eineinhalb Metern kaum einzuhalten.

Die Wirtschaft trifft die Oktoberfest-Absage hart. Nicht nur Schausteller, Wirte und Budenbesitzer auf dem Volksfest selbst, sondern auch Hotels, Gaststätten, Taxifahrer und Einzelhändler profitieren von dem Volksfest. Die Wiesn 2019 hatte nach Angaben der Stadt einen Wirtschaftswert von rund 1,23 Milliarden Euro.

RND/seb/dpa/epd

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