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Aktionen in Oberbayern, Brandenburg und im Rheinland

Umweltaktivisten versuchen Öl-Pipeline abzudrehen - Festnahmen durch die Polizei

Blick auf die Erdölraffinerie PCK in Schwedt (Symbolfoto).

Blick auf die Erdölraffinerie PCK in Schwedt (Symbolfoto).

Moosburg a.d. Isar. Bei Protestaktionen gegen Ölimporte haben Klimaschützer am Mittwoch versucht, die Versorgung über Pipelines in Brandenburg, Oberbayern und im Rheinland zu unterbrechen. Die Aktivisten gehörten nach eigenen Angaben der Gruppe „Letzte Generation“ an. Mancherorts ketteten beziehungsweise klebten sich die Klimaschützer dabei auch an den Anlagen fest.

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An der Ölleitung Druschba in der Nähe von Schwedt an der Oder hätten Aktivisten ein Sperrventil per Hand geschlossen, teilte die Gruppe „Letzte Generation“ mit, die seit Jahresbeginn auch Autobahnblockaden organisierte.

Die Polizei bestätigte den Vorfall. Beteiligt waren demnach ein 37 Jahre alter Mann und eine 19-jährige Frau, die sich an der Anlage festgeklebt hatte. Beide Aktivisten seien „in Obhut“ genommen worden, sagte Polizeisprecher Stefan Möhwald. Der Pipeline-Betreiber PCK erklärte: „Die Pipelines sind aktuell im Betrieb und nicht gestört.“ Ob der Ölfluss zeitweise unterbrochen war, blieb unklar.

Zwei Männer kleben sich in Bad Neuenahr-Ahrweiler an Anlage

Eine ähnliche Aktion gab es laut Polizei in Bad Neuenahr-Ahrweiler im nördlichen Rheinland-Pfalz: Zwei Männer hatten sich dort an einer Anlage „festgekettet beziehungsweise mit Klebstoff angeklebt“. Ein Bolzenschneider sei eingesetzt worden. Öl sei nicht abgedreht worden. Schaden sei nicht entstanden. Es werde ein Strafverfahren wegen mutmaßlichen Hausfriedensbruchs eingeleitet. Ein weiterer ähnlicher Versuch bei Breydin in Brandenburg wurde durch Wachpersonal unterbunden, wie ein dpa-Fotograf beobachtete.

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Im oberbayerischen Moosburg an der Isar (Landkreis Freising) haben ebenfalls zwei Umweltaktivisten versucht, eine Öl-Pipeline zu sabotieren. „Es ist aber zu keiner Gefahr und auch zu keinem Stopp gekommen“, sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord. Die beiden 40 und 47 Jahre alten Tatverdächtigen waren kurz vor Mittag im Stadtteil Niederambach über einen Stacheldrahtzaun auf das Gelände eines Unternehmens geklettert, dessen Leitungsnetz die Bundesrepublik mit Rohöl versorgt.

Aktivisten verlangen Erklärung von Wirtschaftsminister Habeck

Nach Polizeiangaben gelangten sie bis zur sogenannten Schieberstation, wo sie versuchten, durch Betätigen eines Schalters die Verteilung des Rohöls an die Raffinerien zu stoppen. Dabei wurden sie von Polizisten in Gewahrsam genommen und anschließend zur Wache gebracht. Über Hintergründe und Motive wurde zunächst nichts bekannt.

Der Protest richtet sich gegen den Import fossiler Energie wie Öl und Gas, weil ihre Verbrennung das Klima belastet. Die Aktivisten verlangten von Wirtschaftsminister Robert Habeck eine Erklärung, keine neue fossile Infrastruktur zu errichten und nicht in der Nordsee nach Öl zu bohren.

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Wegen des Kriegs in der Ukraine sucht Habeck nach Alternativen zu Gas- und Ölimporten aus Russland. Unter anderem sind neue Anlandestellen für Flüssiggas geplant. International war die Lage am Mittwoch gespannt, da Russland einen Stopp der Gaslieferungen an Polen und Bulgarien angekündigt hat.

RND/dpa

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