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  • Oakland: McDonald's-Mitarbeiter streiken - nachdem sie Hundewindeln als Mundschutz tragen sollten

Sie sollten Hundewindeln als Corona-Schutz tragen: McDonald’s-Mitarbeiter streiken

  • “Wir wollen nicht für ihre Hamburger sterben”, wird eine Mitarbeiterin einer McDonald’s-Filiale in Oakland zitiert.
  • Die Manager hatten ihr und ihren Kollegen Masken aus Hundewindeln und Kaffeefiltern als Corona-Schutz verordnet – daraufhin trat die Belegschaft in Streik.
  • Es war nicht der erste Corona-Ausrutscher der Fast-Food-Kette in den USA.
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Es gibt Sachen, die sind auch dem hartgesottensten und dem humorvollsten Mitarbeiter im Fast-Food-Sektor zu viel. Wie die “Los Angeles Times” in ihrer Onlineausgabe berichtete, sei von Angestellten eines McDonald’s-Restaurants im kalifornischen Oakland in der vorigen Woche verlangt worden, sie sollten sich Mund-Nasen-Schutzmasken aus Hundewindeln anlegen, um sich gegen eine Corona-Ansteckung zu schützen.

Mitarbeiter verlangen Schutz und Sicherheit

Am Dienstag kamen die 22 Mitarbeiter der Telegraph-Avenue-Filiale nicht zur Arbeit. Der Streik führte zur Schließung des Restaurants. Vier Kollegen und einige Familienmitglieder waren zuvor an Covid-19 erkrankt. Die Streikenden verlangten zwei Wochen bezahlte Quarantäne, die Übernahme medizinischer Kosten durch das Unternehmen, eine Intensivreinigung des Restaurants und geeignete persönliche Schutzausrüstung.

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Die Organisatoren des Streiks erzählten der “Los Angeles Times”, dass Köche, Kassierer und andere Mitarbeiter des Ladens angehalten worden seien, Masken aus unbenutzten Hundewindeln zu benutzen. Als Alternative seien ihnen Kaffeefilter empfohlen worden. Zuerst hatten die “Mercury News” berichtet.

“McDonald’s behandelt uns wie Hunde”

Ein Versorgungsengpass – der Laden hatte keine richtigen Masken mehr – brachte die Geschäftsleitung zum Improvisieren. Vielleicht fand irgendwer die Idee witzig, schließlich hat das Unternehmen ja einen Clown als Maskottchen. Die Mitarbeiter jedenfalls fühlten sich gedemütigt, wollten sich nicht zu Witzfiguren ausstaffieren lassen und sorgten sich vor allem um ihre Gesundheit.

„McDonald’s behandelt uns wie Hunde“, wurde die Mitarbeiterin Delia Vargas in der “Los Angeles Times” zitiert. “Wir wollen nicht für ihre Hamburger sterben.“

Es war nicht der erste Corona-Protest bei McDonald’s

Im Vormonat hatten McDonald’s-Mitarbeiter in Hayward einen Protestkonvoi organisiert, um gegen schlechte Bezahlung und ungenügenden Corona-Schutz zu protestieren. Auch in Los Angeles hatte es Anfang April Proteste gegeben, nachdem ein Mitarbeiter positiv getestet worden war. In San Francisco hatten sich McDonald’s-Mitarbeiter beim Gesundheitsamt der Stadt beschwert – auch hier hatten Manager ihren Leuten zwecks Virenschutz Kaffeefilter empfohlen.

RND/big

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