Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Politikerinnen erhalten "NSU 2.0"-Drohmails

„NSU 2.0″-Prozess: Linken-Politikerin Janine Wissler als Zeugin vor Gericht

Parteivorsitzende der Linken, Janine Wissler, hat "NSU 2.0"-Drohmails erhalten. (Archivbild)

Parteivorsitzende der Linken, Janine Wissler, hat "NSU 2.0"-Drohmails erhalten. (Archivbild)

Frankfurt/Main. Im Prozess um die „NSU 2.0“-Drohschreiben hat am Donnerstag die Linken-Politikerin Janine Wissler als Zeugin zu Todesdrohungen und Beleidigungen ausgesagt. Sie habe die beiden ersten Drohschreiben mit der Unterschrift „NSU 2.0“ im Februar 2020 erhalten, sagte die Bundesvorsitzende der Partei vor dem Landgericht Frankfurt. Zu diesem Zeitpunkt habe sie bereits von den Drohschreiben gegen die Frankfurter Anwältin Seda Basay-Yildiz gewusst und sehr zügig das Landeskriminalamt (LKA) informiert.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

„Natürlich hat mich das beunruhigt“, sagte Wissler über die Schreiben, denen noch zahlreiche andere folgten. Sie habe auch Schutzmaßnahmen für ihre Wohnung getroffen. In den Texten kam es immer wieder zu beleidigenden, bedrohlichen und sexistischen Äußerungen.

54-Jähriger vor Gericht

In dem Verfahren muss sich ein 54 Jahre alter Mann aus Berlin verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft Alexander M. unter anderem Beleidigung in 67 Fällen, versuchte Nötigung und Bedrohung vor. Außerdem geht es um die öffentliche Aufforderung zu Straftaten, um Volksverhetzung, um den Besitz kinder- und jugendpornografischer Schriften sowie einen Verstoß gegen das Waffengesetz.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Die Serie der Drohschreiben hatte im August 2018 mit Todesdrohungen gegen Basay-Yildiz und ihre Familie begonnen. Die Schreiben waren mit „NSU 2.0“ unterzeichnet - in Anspielung auf die rechtsextreme Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU). Unter den Adressaten der Schreiben waren Privatpersonen und Personen des öffentlichen Lebens sowie Behörden. Besonders häufig betroffen und heftigen Beleidigungen und Drohungen ausgesetzt waren Frauen, die öffentlich engagiert und erfolgreich sind. In seiner Einlassung in der vergangenen Woche hatte M. bestritten, die Schreiben verfasst zu haben.

RND/dpa

Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Verwandte Themen

Letzte Meldungen