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  • NRW: Razzien gegen Clankriminalität – „Pate von Berlin“ angeblich verhaftet

Razzien gegen Clankriminalität in Nordrhein-Westfalen – 600 Kräfte im Einsatz

  • In mehreren Städten an Rhein und Ruhr rücken am Morgen Spezialkräfte der Polizei an.
  • Ihre Ziele sind Häuser und Geschäftsräume im Zusammenhang mit Clankriminalität.
  • Einem Medienbericht zufolge ein führendes Mitglied des Al-Zein-Clans, bekannt als „Pate von Berlin“, festgenommen worden sein.
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Düsseldorf. Rund 600 Polizisten sind in Nordrhein-Westfalen gegen kriminelle Clans vorgegangen. In Leverkusen war ein Polizeipanzer im Einsatz, um den Beamten Zugang zu einer Villa zu verschaffen. Dort seien ein Hauptbeschuldigter (46), seine Frau (42) und seine beiden Söhne (24/28) verhaftet worden, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Dienstag.

Bei dem 46-jährigen handele es sich um „einen der absoluten Top-Leute der Clan-Kriminalität in NRW“, sagte Reul. „Wir haben ihn nicht nur festgenommen, sondern ihm auch sein Zuhause weggenommen. Das ist heute ein Schlag gegen die erste Liga der Clan-Kriminalität.“ Die Villa werde nun im Grundbuch dem Staat übertragen und die Familie ausgetragen.

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In mehreren Städten an Rhein und Ruhr rücken am Morgen Spezialkräfte der Polizei an.  © dpa
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Bericht: „Pate von Berlin“ festgenommen

Nach Informationen der „Bild“-Zeitung handelt es sich bei dem 46-Jährigen um ein führendes Mitglied des Al-Zein-Clans. Ende Januar hatte der langjährige Berliner Clan-Chef, bekannt als „Pate von Berlin“, Deutschland verlassen, bevor er von den Behörden abgeschoben werden sollte.

Es sei ein großartiger Tag im Kampf gegen die Clan-Kriminalität, sagte der Minister. „Mit jedem Einsatz dringen wir tiefer in den kriminellen Sumpf und in die Schattenwelt der Clans ein.“

Die Einsätze in Leverkusen, Duisburg und Düsseldorf stünden im Zusammenhang mit Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaften in Düsseldorf und Duisburg. In Düsseldorf werde wegen bandenmäßigen Betrugs, Sozialbetrugs und Geldwäsche ermittelt, in Duisburg wegen eines Steuerverfahrens.

Insgesamt seien 31 Objekte durchsucht worden. Nach Angaben von Staatsanwaltschaft und Polizei Düsseldorf sowie vom Landeskriminalamt waren Beamte im Rheinland, Bergischen Land, am Niederrhein und im Ruhrgebiet im Einsatz. Es wurden Häuser, Wohnungen, Büros und Geschäfte durchsucht.

NRW-Justizminister Biesenbach: „Erfolg im Kampf gegen Clankriminalität“

Hinter der Aktion stand die Zentralstelle für die Verfolgung Organisierter Straftaten (ZeOS). „Erneut darf ich der ZeOS zu einem aktuellen Erfolg im Kampf gegen Clankriminalität gratulieren. Wieder einmal hat es sich bewährt, eine schlagkräftige Truppe aus erfahrenen Staatsanwältinnen und Staatsanwälten zu formen, die in der Lage ist, auch komplexe Strukturen aufzubrechen und Punkt für Punkt nachhaltige Strafverfolgung zu betreiben“, sagte NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU).

Den intensiven Ermittlungen der ZeOS sei es zu verdanken, dass nicht nur Haftbefehle gegen vier Personen aus dem Clan-Milieu vollstreckt werden konnten, sondern auch große Mengen Bargeld, mehrere Schusswaffen sowie eine Immobilie beschlagnahmt wurden.

NRW-Innenminister Reul hatte kriminellen türkisch-arabischstämmigen Großfamilien den Kampf angesagt. Das Phänomen sei „größer und gefährlicher“ als bislang bekannt, hatte Reul im August 2020 gesagt.

RND/dpa

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