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Ferienhütte in Norwegen brennt: Vier Kinder vermisst

  • Nur rund zwei Wochen nach dem tragischen Erdrutsch mit vermutlich zehn Toten bahnt sich eine neue Katastrophe in Norwegen an.
  • Am frühen Samstagmorgen ging eine Hütte auf den Vesterålen in Flammen auf.
  • Vier Kinder sowie ein Erwachsener, die dort übernachteten, werden vermisst – die Polizei vermutet, dass sie ums Leben gekommen sind.
Miriam Keilbach
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Oslo. Am Unglücksort ist es so heiß, dass ihn die Retter auch nach neun Stunden noch nicht betreten konnten: Im norwegischen Ferienort Risøyhamn auf den Vesterålen, einem Inselarchipel nördlich der Lofoten, werden fünf Personen nach einem schlimmen Feuer vermisst. Unter den Opfern sind vier Kinder unter 16 Jahren, dazu eine erwachsene Person, teilte die Polizei Nordland mit. Eine weitere Person wurde bei dem Feuer verletzt.

Die Hütte ist komplett niedergebrannt und kann noch nicht betreten werden, das Gebiet werde mit Drohnen, Helikoptern und Rettungskräften zu Fuß abgesucht. Allerdings stellt sich die Polizei auf schreckliche Nachrichten ein: „Wir fürchten, dass es die fünf nicht aus dem Haus geschafft haben und ums Leben gekommen sind“, sagt Per Erik Hagen, Polizeichef der Inseln Lofoten und Vesterålen, am Mittag. Die Ermittler hoffen, noch am Samstag in den Trümmern suchen zu können.

Vier Kinder und zwei Erwachsene lagen in ihren Betten, als das Feuer ausbrach

Von Freitag- auf Samstagnacht hielten sich insgesamt sechs Personen, zwei Erwachsene und vier Kinder, in der Hütte auf. In welchem Verhältnis der Verletzte und die Vermissten zueinander stehen, ist bisher nicht bekannt. Alle sechs kommen aber aus der rund 120 Kilometer entfernten Kommune Vågan auf den Lofoten. Dort zeigte man sich stark geprägt von den Nachrichten – am Mittag wollten trotz Corona-Pandemie Kirchen und Schulen öffnen. „Wir sind eine kleine Kommune, fast jeder weiß, wer die Opfer sind, und alle sind schockiert“, sagte Bürgermeister Frank Johnsen der Zeitung „Dagbladet“.

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Mitten in der Nacht brach das Feuer aus, ein Mann konnte sich verletzt aus einem Fenster in Sicherheit bringen, er wird im Krankenhaus behandelt – auch von Notfallseelsorgern. Die Nachrichtenseite „Nye Troms“ meldet, dass der Mann in einem stabilen Zustand sei, „aber es geht ihm nicht gut“, sagte Ivar Bo Nilsson von der Polizei Nordland, der Mann sei stark traumatisiert.

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Das Portal „VG“ berichtet, dass der Mann in der abgelegenen Gegend vier Kilometer weit laufen musste, ohne Schuhe und Kleidung, bis er ein Nachbarhaus erreichte und Hilfe holen konnte. Warum der Brand ausbrach, ist noch unklar. Die Polizei gab an, sich zunächst auf die Suche nach den Opfern zu fokussieren und erst danach die Brandursache zu untersuchen.

Zweite Tragödie in Norwegen binnen weniger Tage

Es ist das zweite tragische Unglück in Norwegen binnen 18 Tagen. Am 30. Dezember kam es in Gjerdrum bei Oslo zu einem Erdrutsch, der mehr als 30 Wohnungen in die Tiefe riss. Sieben Menschen, darunter ein Kleinkind und eine hochschwangere Frau, kamen dabei ums Leben. Für drei Personen, darunter eine 13-Jährige und ihre Mutter, die noch als vermisst gelten, gibt es keine Hoffnung mehr.

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Da es immer wieder zu neuen Erdrutschen kommt, sind die Sucharbeiten nach den drei Vermissten seit anderthalb Wochen unterbrochen. Möglicherweise können sie erst im Februar fortgesetzt werden. Die Polizei rettet derweil Haustiere aus evakuierten Wohnungen und Häusern – rund 1000 Menschen haben zumindest vorübergehend ihr Zuhause verloren.

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