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Nordsee-Urlauber dürfen zurück an den Strand – aber nicht aufs Klo

  • Nordsee-Touristen dürfen zwar zurück an den Strand – doch sie müssen sich auf Einschränkungen einstellen.
  • Die Wangerland-Touristik weist darauf hin, dass es am Badestrand vorerst keine Toiletten geben wird.
  • Bei Urlaubern stößt das auf Unverständnis.
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Wangerland. Mit den aktuellen Corona-Lockerungen ist künftig auch wieder Urlaub an der Nordseeküste möglich. Der Tourismusverband Nordsee rechnet für den Sommer mit einer Auslastung von sagenhaften 100 Prozent. Ein erster Höhepunkt wird für Pfingsten erwartet – und auch schon jetzt sind die ersten Urlauber an den niedersächsischen Küsten angekommen.

Bei diesen allerdings sorgt ein ganz bestimmter Umstand für ordentlich Unmut: Sie dürfen am Strand nämlich nicht aufs Klo. Der Tourismusverband im Wangerland weist darauf in einem aktuellen Post auf seiner Facebook-Seite hin:

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“Nach und nach finden sich wieder die ersten Gäste bei uns ein – darüber freuen wir uns sehr. Zur Sicherheit möchten wir Euch an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen, dass wir aktuell keine öffentlichen Toiletten vorhalten können. Das heißt leider auch, dass derzeit keine Sanitäranlagen im Strandbereich zugänglich sind”, heißt es dort.

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Großes Unverständnis bei Urlaubern

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Und weiter: “Wir wissen natürlich, dass dies kein schöner Zustand ist, doch bitten Euch noch um etwas Geduld: Wir arbeiten im Hintergrund bereits mit Hochdruck daran, eine Lösung zu finden, um die Toilettenhäuser schnellstmöglich, unter der Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregelungen, wieder öffnen zu können.”

Bei Urlaubern sorgt das für Unverständnis: “Wie geht das denn? Keine öffentlichen Toiletten/keine sanitären Einrichtungen im Strandbereich? Sollte man nicht erst später wieder öffnen, wenn die notwendigen Dinge geregelt sind?”, kommentiert eine Frau auf Facebook.

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“Ich verstehe das ehrlich gesagt auch nicht, das ist für viele Leute sehr wichtig. So vergrault man doch nur die Leute. Überall wird von Hygiene gesprochen und da ist es dann egal?”, schreibt ein anderer. Eine Urlauberin kommentiert: “Ohne Toiletten kommt für uns keine Anreise infrage. Geht gar nicht. Man kann Personal einstellen, das für die Hygiene und Sauberkeit zuständig ist. Von mir aus auch gegen eine Gebühr. Aber keine Toiletten ist ein No-Go.”

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Einheimische schütteln den Kopf

Der Tourismusverband reagiert auf die Kritik: “Die Situation stellt uns vor ganz neue Herausforderungen und wir versuchen schnellstmöglich bestmögliche Lösungen zu finden. Wir wissen, dass die aktuelle Situation mit den Toilettenhäusern für einige nun zwangsläufig eine verkürzte Aufenthaltsdauer an den Stränden bedeutet. Das bedauern wir sehr.”

Dennoch sei für viele “auch der kurze Spaziergang am Meer eine echte Wohltat” – das wolle man niemandem aufgrund verschlossener Toiletten verwehren.

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Einheimische springen dem Tourismusverband derweil zur Seite: “Komisch, wie machen wir Einheimischen das nur außerhalb der Saison ohne Toiletten am Strand? Anstatt sich zu freuen, dass der Urlaub mit Einschränkungen langsam wieder anläuft, wird erst mal genörgelt und das Haar in der Suppe gesucht. Wir mussten unseren Urlaub komplett stornieren, weil es die momentane Situation nicht zulässt! Seid doch mal etwas dankbar, immerhin geht es um EURE Gesundheit, liebe Touristen ...”, kommentiert eine Frau.

Einschränkungen auch in anderen Bundesländern

Das Toilettenproblem betrifft derweil nicht nur die Strände, sondern auch die Campingplätze an der Küste. Auf den Campingplätzen im Wangerland blieben die Toiletten und Duschhäuser vorerst geschlossen – Dauercamper mussten Wohnmobile mit eigenen Waschgelegenheiten mitbringen.

In Schleswig-Holstein werden auf den Campingplätzen die Toiletten zwar geöffnet, jedoch wird es auch hier Einschränkungen geben: Wenn ab dem 18. Mai wieder Touristen ins Land dürfen, bleiben Duschen und Gemeinschaftsräume vorerst zu.

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