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Warnung aus der Vergangenheit

Hungersteine erinnern an Dürrejahre: „Wenn du das hier liest, dann weine“

Ein sogenannter Hungerstein mit der Jahreszahl 1842 liegt am 11.08.2015 gut sichtbar in der Elbe bei Pirna-Oberposta (Sachsen). 1842 war eines der Jahre, in denen die Hungersteine in der Elbe auftauchten. (Archivbild)

Ein sogenannter Hungerstein mit der Jahreszahl 1842 liegt am 11.08.2015 gut sichtbar in der Elbe bei Pirna-Oberposta (Sachsen). 1842 war eines der Jahre, in denen die Hungersteine in der Elbe auftauchten. (Archivbild)

Die Folgen des heißen Sommers sind überall spürbar. Wegen anhaltender Hitze und Dürren sinken die Pegel von Seen und Flüssen auf neue Tiefststände. Mancherorts kommen in Flussbetten deswegen nun Warnungen aus vergangener Zeit ans Tageslicht.

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Steine und Felsen, die sonst vom Wasser bedeckt sind, tragen die Inschriften von Dürrejahren. Diese sogenannten Hungersteine warnen vor den Folgen des Wassermangels. Sie reichen zurück bis ins Mittelalter. Die älteste bekannte Datierung stammt aus dem Jahr 1417. Einer dieser Steine, über den „der Spiegel“ berichtet, trägt eine eingemeißelte Inschrift: „Wenn du das hier liest, dann weine.“

Trockenjahre waren Hungerjahre

Die Konsequenzen von Wassermangel sind weitreichend: Neben Dürre und daraus resultierenden Hungersnöten hat er auch Auswirkungen auf den Handel. Wenn die wichtigen Wasserverkehrswege nicht mehr befahren werden können, konnte das in der Vergangenheit auch in Versorgungsengpässen resultieren.

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Der Hungerstein mit der Inschrift aus dem tschechischen Děčín mit Warnungen auf Deutsch und Tschechisch – darunter der Aufruf „Wenn du das hier liest, dann weine“ – trifft in den sozialen Medien einen wunden Punkt. Knapp 100.000 Likes hat das Foto des Hungersteins bekommen. Der „Spiegel“ weist aber darauf hin, dass das Foto eigentlich aus Extremsommer 2018 stammt. Und dennoch scheint die Inschrift für viele eine angemessene Warnung zu sein.

Der Rhein als Sorgenkind

In Tschechen halten sich die Folgen dieses Sommers derweil in Grenzen: Als einer der wenigen europäischen Flüsse hat der tschechische Teil der Elbe keinen außergewöhnlichen Niedrigpegel. Anders in Deutschland, wo insbesondere der Rhein Sorgen bereitet. In diesem Jahr sind hier gleich mehrere Hungersteine aus dem Wasser aufgetaucht.

Der „Kölner Stadtanzeiger“ berichtet, dass bei Leverkusen im Rhein Hungersteine aus den Jahren 1959 und 2003 sichtbar sind. Bei Remagen-Kripp seien die Steine schon seit knapp einem Monat sichtbar, berichtet der „Bonner Stadtanzeiger“ und zitiert den Geschäftsführer der dortigen Rheinfähre. Der erzählt, dass es im Jahr 2018 noch trockener gewesen sei, und man den Stein vom Ufer aus zu Fuß hätte erreichen können.

Bald Hungersteine mit der Inschrift „2022″?

In der Nähe von Worms bei Rheindürkheim sind Steine mit mehreren Inschriften aufgetaucht: Die „Bürstedter Zeitung“ berichtet von den Inschriften „Ano 1857″, „Hungerjahr 1947″, „1959″, „1963″, die auf einem Stein zu sehen sein. Auf einem Weiteren steht „Anno 2003″ geschrieben. Wenn der Pegelstand noch weiter sinkt, soll das aktuelle Jahr ebenfalls ergänzt werden.

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Auch bei der Talsperre Werda im sächsischen Vogtland und im Oberlauf der Weser sind Hungersteine zum Vorschein gekommen, melden die „Frei Presse“ und der „Tägliche Anzeiger“ aus Holzminden. In Bleckender Hafen bei Hamburg ist ebenfalls ein Stein aus der Vergangenheit aus der Elbe aufgetaucht. Die Inschrift soll wohl Mut machen und lautet: „Geht dieser Stein unter, wird das Leben wieder bunter.“

RND/rix

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