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  • Niedersachsen öffnet Clubs und Discos nach Corona-Pause: Verbände fordern nun bundesweit kontrollierte Öffnungen

Vorbild Niedersachsen: Verbände fordern kontrollierte Öffnungen von Clubs und Discos

  • Nach monatelanger Pause können Menschen in Niedersachsen wieder in Clubs und Discos feiern.
  • Das Land ist damit alleiniger Vorreiter im bundesweiten Vergleich.
  • Wenn es nach Verbänden geht, sollte es bald auch in den übrigen Bundesländern wieder losgehen.
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Niedersachsen hat mit seiner neuen Corona-Verordnung wieder das Feiern in Clubs und Diskotheken erlaubt. Voraussetzung für Öffnungen: eine stabile Sieben-Tage-Inzidenz von unter 35. Gäste müssen zudem ein negatives Testergebnis vorweisen und beim Tanzen eine Maske tragen. Ein Novum im bundesweiten Vergleich. In keinem anderen Bundesland sind aktuell vergleichbare Lockerungen in Sicht. Doch genau das fordern nun mehrere Verbände. In Berlin wären einige sogar schon mit einer Erlaubnis für das Tanzen an der frischen Luft zufrieden.

„Im Sommer 2020 konnten wir bereits mit zahlreichen Tanzveranstaltungen unter freiem Himmel beweisen, dass sicheres Tanzen mit unseren Hygienekonzepten möglich ist“, unterstreicht Pamela Schobeß, erste Vorsitzende des Berliner Clubszeneverbands Clubcommission. Dieser fordert ein baldiges Aufheben des Berliner Tanzverbots in Außenbereichen. Aktuell sind Veranstaltungen nur mit fest zugewiesenen Sitzplätzen möglich.

Forderung: Testveranstaltungen wie in Liverpool, Amsterdam und Barcelona

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Die Hauptstadt hat erst kürzlich Teile des vorgesehenen Stufenplans vorgezogen. Seit Freitag können etwa Kinos, Theater, Opern- und Konzerthäuser mit Testpflicht und Hygienekonzept wieder Gäste empfangen. „Sinkende Inzidenzen, das flächendeckende Testangebot und die fortgeschrittene Impfkampagne rechtfertigen diese Entscheidung“, schreibt Clubcomission auf der eigenen Homepage.

Das beiße sich jedoch mit dem weiter bestehenden Verbot von Tanzveranstaltungen auf Außenflächen, kritisiert der Verband. Weil die Infektionsraten wieder stark gesunken seien, sollte die Politik der Gesellschaft das Recht zum Open-Air-Tanzen zurückzugeben. In dem Schreiben verweist der Verband zudem auf einen offenen Brief von Aerosolforschern, deren Einschätzung nach Corona-Ansteckungen fast ausschließlich in geschlossenen Räumen stattfinden.

Doch auch in Innenräumen sollten Testveranstaltungen unter wissenschaftlicher Begleitung erlaubt werden, fordert Clubcomission. In Europa hätten entsprechende Versuche bereits in Liverpool, Amsterdam und Barcelona funktioniert. Dort konnten Probanden nach Vorlage eines Schnelltests oder Impfnachweises teils ohne Maske und ohne Abstand feiern und tanzen. Eine gute Grundlage für ähnliche Versuche in der deutschen Hauptstadt: „Die europäischen Erfolgserlebnisse sollten auch Berlin den erforderlichen Anstoß geben, um nach dem abrupten Ende im März 2020 erneut Pilotprojekte zu wagen.“

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Auch Dehoga-Landesverbände fordern Club- und Discoöffnungen

Bereits vergangene Woche forderte der bayrische Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga Bayern) kontrollierte Öffnungen von Clubs und Discos. „Die Menschen treffen sich zum Feiern. Die Frage ist doch nur, will ich das irgendwo in einem ungeschützten Raum ohne jegliche Auflage und Nachverfolgbarkeit, oder biete ich sichere Bereiche?“, argumentierte Landesgeschäftsführer Thomas Geppert. Dies sei zudem ein probates Mittel, um illegale Partys zu unterbinden, bei denen es zuletzt immer wieder zu Ausschreitungen gegen die Polizei gekommen war.

Schon zuvor pochte in Rheinland-Pfalz der Dehoga-Landesverband angesichts stetig sinkender Inzidenzzahlen auf schnelle und anhaltende Öffnungen in der Gastronomie. Neben Hotels und der Innengastronomie sollten demnach auch Clubs, Bars und Diskotheken wieder an der Reihe sein.

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