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Nichtstun-Stipendium: Bewerber aus aller Welt an Hamburger Hochschule

  • Ursprünglich sollte das Stipendium für das Nichtstun ein kleines Universitätsprojekt sein.
  • Die Hochschule für bildende Künste Hamburg (HFBK) rechnete damals mit lediglich 200 Bewerbungen.
  • Dann kam Post aus aller Welt.
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Hamburg. Einmalig 1600 Euro fürs Nichtstun - dieses Angebot hat nicht nur Bewerber aus Deutschland auf den Plan gerufen. “Aus allen Teilen der Welt haben wir Bewerbungen bekommen”, sagt Projektinitiator Friedrich von Borries der Deutschen Presse-Agentur. Ausgeschrieben wurde das Geld als “Stipendium für Nichtstun” von der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HFBK). Die Bewerbungsfrist endete am Dienstag.

"Da sind tolle Sachen dabei!", so der Architekt und Professor für Designtheorie. Er habe wenig Ulk und viel ernst gemeinte Zuschriften bekommen, bei denen es den Bewerbern weniger um das Geld als um grundsätzliche Fragen gegangen sei, sagte von Borries.

Impuls für Leute, in andere Richtung zu denken

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Bis zum Einsendeschluss der ungewöhnlichen Aktion haben sich ihm zufolge 1700 Menschen beworben. Es könnten sogar noch weitere Bewerber hinzukommen. Schließlich zählt nicht der Eingang, sondern der Poststempel für die Bewerbungsfrist.

Bei dem Stipendium handele es sich nicht um eine Karriereförderung, sondern um einen Impuls, Leute zu unterstützen in eine andere Richtung zu denken, erläutert von Borries.

Aus Bewerbungs-Fülle muss Jury nun drei Gewinner küren

Überrascht hat den Professor auch das weltweite Medienecho auf die Aktion. Berichtet haben unter anderem der "Guardian", die BBC und Fox News. Von Borries hat nach eigenen Angaben Interviews mit Nachrichtensendern aus Indien, China, Russland, Bulgarien und Afrika geführt.

Aus der Fülle der Bewerbungen muss die Jury nun drei Gewinner küren. Jeweils ein Betrag von 1600 Euro erwarten die drei Stipendiaten, die Anfang November bekannt gegeben werden sollen. Voraussetzung für die Auszahlung ist aber, dass sie nach Abschluss des Müßiggangs einen Bericht abliefern. Das Projekt ist Teil der Ausstellung "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben", die von November an im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MK&G) zu sehen sein soll.

RND/dpa

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