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„Nicht in jeder Grippewelle Traditionen über Bord werfen“: Bürgermeister wettert gegen Weihnachtsmarktabsage

  • Der Bürgermeister von Stollberg im Erzgebirge hat mit brisanten Aussagen auf die Absage des Weihnachtsmarktes reagiert.
  • Man könne nicht bei jeder kommenden Grippewelle Traditionen über Bord werden und Grundsätze beiseiteschieben, um Menschen zu retten, so Marcel Schmidt.
  • Der Landrat zeigte sich „erschrocken“ von dem Vorpreschen.
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Stollberg. Der Bürgermeister von Stollberg im Erzgebirge hat die Absage der Bergparade und des Weihnachtsmarktes mit brisanten Äußerungen kommentiert. „Wir können wahrscheinlich nicht in jeder kommenden Grippewelle sämtliche Traditionen über Bord werfen, alle bisher geltenden Grundsätze beiseite schieben, um keine Menschen sterben lassen zu müssen“, schrieb Bürgermeister Marcel Schmidt (Freie Wählerunion) in einem Brief an die Gemeinde, der auf der Homepage der Stadt veröffentlicht wurde. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.

Die Absagen der Parade und des Weihnachtsmarktes erfolgten laut Schmidt vor dem Hintergrund, dass der Landkreis sich außerstande sieht, diesen beiden Veranstaltungen angesichts der derzeit verlautbarten Corona-Lage zuzustimmen.

Stollberg wollte maximal 1000 Besucher auf Weihnachtsmarkt erlauben

Schmidt hatte den Weihnachtsmarkt nur für die Bewohner der Stadt und auf 1000 Besucher begrenzen wollen. Unter freiem Himmel hätte dies kein gesteigertes Infektionsrisiko bedeutet, schließlich träfen sich die Bewohner auch sonst beim Bäcker, im Kindergarten und in der Schule. „Untereinander lässt sich die Ansteckung auch so nicht vermeiden und wenn wir keine Menschen von außerhalb dazu holen, dann ist das Risiko praktisch nicht da - vor allem, wenn Risikogruppen eigenverantwortlich gar nicht erst kommen.“

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Nach Angaben der „Freien Presse“ war der Landrat des Erzgebirgskreises, Frank Vogel (CDU), „erschrocken“ über das Schreiben. Als politischer Verantwortlicher könne man so nicht agieren. „Das Gebot der Stunde ist, in der Bevölkerung das Verständnis zu wecken, dass wir jetzt diese Maßnahmen machen müssen“, sagte Vogel.

RND/dpa

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