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  • New York Flut: Gleiche Überschwemmungen laut DWD-Experte auch in Deutschland möglich

Experte: „Überflutungen wie in New York sind auch in deutschen Städten möglich“

  • Starkregenfälle im Zuge des Hurrikans „Ida“ haben in New York zu starken Überschwemmungen geführt.
  • Bis zu 80 Liter Wasser sind dort in kurzer Zeit auf einem Quadratmeter niedergegangen.
  • Ein Phänomen, das auch in deutschen Städten auftreten kann, erklärt ein Sprecher des DWD.
Alicia Lippke
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Hannover. Heftige Starkregenfälle infolge des Hurrikans „Ida“ legen derzeit die Metropole New York lahm. Straßen sind überschwemmt und U-Bahn-Tunnel geflutet – vielerorts ist kein Durchkommen möglich. Mehr als 80 Liter Regen sind dort pro Quadratmeter innerhalb weniger Stunden gefallen. „Das entspricht etwa acht gefüllten Eimern Wasser pro Quadratmeter“, erklärte Uwe Kirsche, Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD), dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Zum Vergleich: In Deutschland beträgt der gesamte Jahresniederschlag aktuell rund um die 890 Liter. Rund ein Zehntel davon ist nun in kürzester Zeit in New York vom Himmel gefallen.

DWD-Experte: Regenmassen können in Städten nicht abfließen

Vor allem in Städten wird eine so große Wassermenge schnell zum Problem. „Das Schlimme bei solchen Starkniederschlägen ist, dass so viel in so kurzer Zeit passiert. Und das führt zur kompletten Überlastung des Kanalisations- und Abwassersystems.“ Während auf dem Land das Regenwasser gut im Boden versickern und von der Vegetation aufgenommen werden kann, fließen Wassermassen in Städten nur oberflächlich ab. „Das kennen Sie ja, wenn Sie eine Gießkanne auf Ihrer Terrasse oder dem Balkon ausschütten, dann läuft das Wasser oberflächlich ab“, so Kirsche. „Auf dem Rasen hat das einen ganz anderen Effekt. Und das gilt im Großen natürlich auch für versiegelte Räume.“ Dort habe das Wasser beim Abfließen zudem eine viel höhere Geschwindigkeit als auf dem Land.

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Gegen extreme Starkregenfälle komme man dann auch mit einer gut ausgebauten Kanalisation nicht an, erklärte der DWD-Sprecher. „Selbst wenn man für die etwas stärkeren Regenfällen gut gerüstet ist, hat man bei solchen Wassermassen, die dann vom Himmel kommen wie jetzt in New York, keine Chance.“ Auf dem Land sei das oft anders, da dort Starkregenfälle in lokalen Ortschaften auch im ‚grünen‘, nicht versiegelten Umfeld besser aufgenommen werden können. „Außer es kommt zu einer Situation wie in Deutschland im Juli, wo es vorher schon viele Niederschläge gab und der Boden schon klatschnass ist, sodass er nichts mehr aufnehmen kann“, so Kirsche.

Uwe Kirsche ist Pressesprecher des Deutschen Wetterdienstes. © Quelle: Deutscher Wetterdienst

Überschwemmungen könnten so auch in Deutschland auftreten

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Zwar könnte man Städte auf Extremfälle wie diese vorbereiten, allerdings würden diese Maßnahmen in keinem Verhältnis zur Seltenheit solcher Starkregenfälle stehen: „Das ist ein Abwägungsproblem. Da kann man sich zwar mithilfe des Katastrophenschutzes drauf vorbereiten, aber das baulich abzufedern würde in manchen Regionen zu sehr extremen Maßnahmen führen“, erklärte Kirsche dem RND.

Dass Überschwemmungen wie jetzt in New York auch in deutschen Städten auftreten könnten, hält der Experte daher ebenfalls für wahrscheinlich. „Je nach Infrastruktur, Versiegelungsgrad und vorbeugenden Maßnahmen baulicher Art, die man gemacht hat, unterscheidet sich das natürlich sehr stark, aber bei solchen Wassermassen hat jede Kommune ein Problem“, sagte Kirsche dem RND. Meteorologen und Meteorologinnen schauen dabei vor allem auf die Extremwetterereignisse im Zuge der Erderwärmung: „Mit dem Klimawandel werden Starkregenereignisse in ihrer Intensität künftig stärker ausfallen. Das heißt, wir müssen auch häufiger mit den Folgen von solchen Ereignissen in Deutschland rechnen und uns entsprechend vorbereiten.“

RND

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