Neues psychologisches Gutachten des Kindermörders Dutroux

  • Vor 23 Jahren wurde Kindermörder Marc Dutroux zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.
  • Jetzt hat ein belgisches Gericht einem neuen psychologischen Gutachten zugestimmt.
  • Dutroux hatte in den 90er Jahren sechs Mädchen gefoltert und vergewaltigt, vier von ihnen getötet.
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Brüssel. Der psychologische Zustand des Kindermörders Marc Dutroux wird neu bewertet. Ein Brüsseler Gericht gab am Montag einem Antrag seiner Anwälte auf ein neues Gutachten des heute 62-Jährigen statt, wie die Nachrichtenagentur "Belga" berichtete. Die Dutroux-Anwälte hatten beantragt, dass fünf Psychologen den Zustand ihres Mandanten sowie dessen Rückfallrisiko neu bewerten. Mittelfristig streben sie seine Freilassung an.

Dutroux sitzt 30 Jahren Haft ab

Dutroux hatte in den 90er Jahren sechs Mädchen entführt, gefoltert und vergewaltigt. Vier Opfer tötete er. Seit 1996 ist er in Haft. 2004 wurde er schließlich zu lebenslang verurteilt. Eine lebenslange Haft beträgt in Belgien in der Regel 30 Jahre. Seit 2017 kämpft Dutroux Anwalt Bruno Dayez für die Entlassung seines Mandaten. Im vergangenen Jahr veröffentlichte er ein Buch mit dem Titel "Pourqoui libérer Marc Dutroux" (Deutsch: "Warum Marc Dutroux freigelassen werden sollte").

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Eine vorzeitige Entlassung ist möglich, wenn Verurteilte mindestens zwei Drittel ihrer Strafe verbüßt haben. Außerdem müssen andere Kriterien erfüllt sein - Betroffene dürfen etwa kein Risiko für die Gesellschaft mehr sein. Dies müssen die Psychologen im Fall Dutroux nun bewerten.

"Keine Aussicht auf Wiedereingliederung"

Bereits 2013 hatte die Brüsseler Haftprüfungskammer einen Dutroux-Antrag abgelehnt, seine restliche Strafe mit einer elektronischen Fußfessel im Hausarrest abzusitzen. "Es gibt überhaupt keine Aussicht auf Wiedereingliederung in die Gesellschaft", sagte der Gerichtspräsident Luc Hennart damals. Ein Komplize von Dutroux war kürzlich hingegen unter Auflagen aus der Haft entlassen worden.

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RND/dpa